Klimaneutralität: Vom Ziel zu konkreten Maßnahmen

Das ambitionierte Ziel der Klimaneutralität Deutschlands bis zum Jahr 2045 erfordert

  • die zügige Dekarbonisierung und damit einhergehend
  • den Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien,
  • die intelligente Vernetzung von Erzeugungsanlagen, Speichern und Letztverbrauchern und
  • eine Neugestaltung des Stromnetzes, um die fluktuierende Erzeugung und den Verbrauch ausgleichen zu können.

Der Ersatz der Rundsteuerempfänger bei Nachtstromspeicherheizungen, das Submetering und insbesondere der rasante Anstieg der Elektromobilität erfordern das sichere Steuern und Schalten durch die Netzbetreiber, um die Netzstabilität zu gewährleisten und um den kostenintensiven Netzausbau zu reduzieren.

Das intelligente Messsystem mit dem Smart Meter Gateway stellt für diese Herausforderungen die geeignete, hochverfügbare und sichere technische Infrastruktur zur Verfügung und ist somit ein wichtiger Baustein der Energiewende. Der große Nutzen der intelligenten Messsysteme resultiert aus der Netzdienlichkeit und der Schnittstellenfunktionalität zu den Marktsystemen.

Digitale Geschäftsmodelle für mehr Energieeffizienz

Mit dem novellierten Erneuerbare-Energien-Gesetz 2021 sind die infrastrukturellen Voraussetzungen für das Steuern über das intelligente Messsystem geschaffen worden. Auch die regulatorische Unsicherheit beim Smart Meter Rollout ist durch die Ende Juni verabschiedete MsbG-Novelle beseitigt. Nun gilt es, den Einbau intelligenter Messsysteme zu beschleunigen, die Prozesse weiter zu optimieren und die Funktionssicherheit und Interoperabilität von Geräten und Systemen zu testen.

Energieeffizienz und Klimaneutralität spielen auch im Immobiliensektor sowie in Industrie- und Gewerbeunternehmen eine zunehmend wichtige Rolle. Innerhalb unserer Anwendergemeinschaft beschäftigen wir uns daher auch intensiv mit den marktdienlichen Funktionen der intelligenten Messsysteme. Sie sind der Enabler für interessante digitale Geschäftsmodelle, die nicht nur den Kunden einen Mehrwert bieten, sondern auch die Energiewende voranbringen.

Immer mehr Kunden – private und gewerbliche – erwarten von ihrem Energieversorger Lösungen zur transparenten Visualisierung ihres Energieverbrauchs und der -kosten. In unserem Produktportfolio stellen wir daher entsprechende Webportale bereit – von der gesetzeskonformen Basislösung bis hin zur Energiemanagement-Software für energieintensive Unternehmen, die alle gesetzlichen Anforderungen abdecken und Energieaudits unterstützen. Für Unternehmen mit mehreren Filialen sind die Auswertung und der Vergleich von Energieverbräuchen mehrerer Standorte hochinteressant. Die Visualisierungslösungen zeigen Einsparpotenziale auf und tragen dadurch maßgeblich zur Reduzierung der CO2-Emissionen bei.

 

Automatisiertes Gerätemanagement im digitalen Energiesystem der Zukunft

Wir dürfen in einem spannenden neuen Forschungsprojekt mitarbeiten: Ziel von „Blockchain Identity Ledger“ ist die Entwicklung eines automatisierten Gerätemanagements im digitalen Energiesystem der Zukunft.

Was hat es damit genau auf sich? Nun, das künftige Energiesystem muss eine Vielzahl von Erzeugern und Energiequellen mit Millionen von Letztverbrauchern zusammenbringen. Dies ist nur möglich, wenn die einzelnen Anlagen eindeutig authentifiziert werden können. Natürlich muss dabei eine hohe Systemsicherheit gewährleistet sein – und die Kommunikationskosten müssen möglichst gering gehalten werden.

Um diese Ziele zu erreichen, arbeitet die Deutsche Energie-Agentur (dena) gemeinsam mit 21 Partnern an der Entwicklung eines dezentralen, digitalen Anlage-Registers. Das Register, eingebunden in eine Blockchain-basierte Infrastruktur, dient zur Identifizierung von Geräten und Anlagen im Energiesystem. Es soll die stetig zunehmenden Schnittstellen im System verbinden und eine reibungslose, kostengünstige Koordination ermöglichen.

Smart Meter Gateway als Datendrehscheibe

Hier kommt das Smart Meter Gateway ins Spiel, die Kommunikationseinheit des intelligenten Messsystems. Das BSI-konforme Gateway empfängt die Messdaten von angeschlossenen Einheiten, speichert diese und bereitet sie für die Marktakteure auf. VOLTARIS bringt hier als Messstellenbetreiber und Gateway-Administrator das erforderliche Know-how ins Projekt mit ein.

Mit dem Blockchain-basierten Verzeichnis lässt sich die Verbindung zwischen einem Smart Meter Gateway und einer Geräte-Identität sicher dokumentieren. Der Ledger soll künftig noch weitere Funktionen erfüllen und als Basis für weitere systemdienliche Dienste und marktorientierte Anwendungen fungieren. Wir dürfen gespannt sein!

Mehr zu zum Pilotprojekt gibt es beim Future Energy Lab.