Automatisiertes Gerätemanagement im digitalen Energiesystem der Zukunft

Wir dürfen in einem spannenden neuen Forschungsprojekt mitarbeiten: Ziel von „Blockchain Identity Ledger“ ist die Entwicklung eines automatisierten Gerätemanagements im digitalen Energiesystem der Zukunft.

Was hat es damit genau auf sich? Nun, das künftige Energiesystem muss eine Vielzahl von Erzeugern und Energiequellen mit Millionen von Letztverbrauchern zusammenbringen. Dies ist nur möglich, wenn die einzelnen Anlagen eindeutig authentifiziert werden können. Natürlich muss dabei eine hohe Systemsicherheit gewährleistet sein – und die Kommunikationskosten müssen möglichst gering gehalten werden.

Um diese Ziele zu erreichen, arbeitet die Deutsche Energie-Agentur (dena) gemeinsam mit 21 Partnern an der Entwicklung eines dezentralen, digitalen Anlage-Registers. Das Register, eingebunden in eine Blockchain-basierte Infrastruktur, dient zur Identifizierung von Geräten und Anlagen im Energiesystem. Es soll die stetig zunehmenden Schnittstellen im System verbinden und eine reibungslose, kostengünstige Koordination ermöglichen.

Smart Meter Gateway als Datendrehscheibe

Hier kommt das Smart Meter Gateway ins Spiel, die Kommunikationseinheit des intelligenten Messsystems. Das BSI-konforme Gateway empfängt die Messdaten von angeschlossenen Einheiten, speichert diese und bereitet sie für die Marktakteure auf. VOLTARIS bringt hier als Messstellenbetreiber und Gateway-Administrator das erforderliche Know-how ins Projekt mit ein.

Mit dem Blockchain-basierten Verzeichnis lässt sich die Verbindung zwischen einem Smart Meter Gateway und einer Geräte-Identität sicher dokumentieren. Der Ledger soll künftig noch weitere Funktionen erfüllen und als Basis für weitere systemdienliche Dienste und marktorientierte Anwendungen fungieren. Wir dürfen gespannt sein!

Mehr zu zum Pilotprojekt gibt es beim Future Energy Lab.

MsbG-Anpassung macht Rollout wieder rechtssicher!

Seit Anfang März sorgt das Urteil über den Stopp der Einbauverpflichtung intelligenter Messsysteme (iMSys) für Diskussionen. Auch wenn der Entscheid nur für die Kläger gilt (für alle anderen Marktteilnehmer ist die Markterklärung bereits bestandskräftig geworden) verunsichert das Urteil die Branche insgesamt. Etliche Verbände und Akteure hatten in den letzten Wochen gefordert, dass Gesetzgeber und BSI zügig die entstandenen Unsicherheiten und Zweifel ausräumen.

Anpassung des Messstellenbetriebsgesetzes noch in diesem Jahr geplant

Das BMWi will nun das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) anpassen –  so schnell wie möglich und noch in diesem Jahr. Die Technischen Richtlinien (TR) sollen hinsichtlich der funktionalen Interoperabilität der Smart Meter Gateways überarbeitet und ein formales TR-Zertifizierungsverfahren soll etabliert werden.

Damit soll die Möglichkeit der sukzessiven Weiterentwicklung und gestuften Markterklärung für weitere Anwendungsfälle hin zu einem uni­versell einsetzbaren Smart Meter Gateway geschaffen werden (Stufenmodell). Die stufenweise Weiterentwicklung der Gateways und die neuen Tarifanwendungsfälle ebnen den Weg für markt- und netzdienliche digitale Mehrwertdienste.

Das BSI kündigte zudem an, dass im Sommer ein dritter Smart Meter Gateway Hersteller (nach PPC und EMH) re-zertifiziert sein soll. Die Geräte können dann über Updates alle gesetzlich vorgesehenen Mindestanforderungen erfüllen.

Dem BMWi wäre es damit in Zusammenarbeit mit den beteiligten Akteuren (u.a des BDEW und des VKU) in kurzer Zeit gelungen, die vom OVG Münster kritisierten Schwachstellen der bestehenden Regelungen auszumerzen.

Der Rollout kann wieder Fahrt aufnehmen!

Innerhalb unserer Anwendergemeinschaft arbeiten wir weiterhin an der Automatisierung und Optimierung der Prozesse, um den geplanten Anstieg der Rollout-Mengen erfolgreich und wirtschaftlich umzusetzen. 

Bestandsschutz für bereits verbaute und beschaffte Smart Meter Gateways

Die geplanten Änderungen im Detail:

  • Investitionssicherheit für einen beschleunigten stufenweisen Rollout mit sukzessiver Weiterentwicklung der Systeme für neue Anwendungsfälle
  • Verrechtlichung der bereits abgestimmten Weiterentwicklungsansätze in der BMWi/BSI-Roadmap und bei Leitlinien zur sternförmigen Kommunikation: Die Plausibilisierung und Ersatzwertbildung im Backend bzw. die Versendung von abrechnungsrelevanten Daten über das Backend des Messstellenbetreibers soll künftig als Grundsatz und nicht als Ausnahme festgelegt werden – solange eine Bearbeitung und Versendung im Gateway nicht möglich ist.
  • Bestandsschutzregelung für den Fall, dass sich die BSI-Markterklärung nachträglich als nichtig oder rechtswidrig erweist oder aufgehoben wird. Die bisher verbauten und beschafften Gateways sollen noch in diesem Jahr ein Update erhalten, so dass alle die gesetzlichen Anforderungen erfüllen.
  • Es soll klargestellt werden, dass Mindestanforderungen an das iMSys im Zusammenhang mit den technischen Systemen des Messstellenbetreibers und weiterer Berechtigter und nicht vollständig durch das Gateway selbst zu erfüllen sind.
Standardleistungsverzeichnis SLV des BEMD - VOLTARIS GmbH

Das Standardleistungsverzeichnis 2.0 ist da!

Grundlage für Ausschreibungen, Angebote und Vergabeprozesse:

Der Bundesverband der Energiemarktdienstleister e.V. (BEMD) hat ein umfassendes Standardleistungsverzeichnis (SLV) erarbeitet. Es stellt eine einheitliche und damit faire Grundlage für Produkte und Dienstleistungen dar und ist hilfreich bei Ausschreibungen, Angeboten und Vergabeprozessen. Das Verzeichnis kann von allen Marktteilnehmern genutzt werden: Von ausschreibenden und vergebenden Energieversorgern, Stadtwerken und Dienstleistern genauso wie von Instituten und Beratern.

VOLTARIS bringt Know-how in Version 2.0 ein

Die BEMD Arbeitsgruppe SLV, darunter auch Mitarbeiter der VOLTARIS, hat das Verzeichnis über die Prozesse „Meter-to-Cash“ nun in einer Version 2.0 aktualisiert, ergänzt und erweitert. Das SLV 2.0 stellt für alle drei Marktrollen (Netzbetreiber, Lieferant und Messstellenbetreiber) sowohl die marktrollenspezifischen als auch die übergreifenden Prozesse dar. Zudem bietet es ein „Big Picture“, das auch die Schnittstellen sowie Leistungen und Prozesse über das Standardleistungsverzeichnis hinaus enthält.

Neues Webtool verfügbar

Ab sofort steht das Webtool SLV 2.0 auf der Website des BEMD zur Verfügung. In diesem kann interaktiv in die Hauptprozesse, deren Unterprozesse und dann bis auf die Einzelprozessebene geklickt werden. Zum SLV ist auch eine ausführliche Broschüre erhältlich, die hier angefordert werden kann.

Was ist und macht der BEMD?

Der BEMD hat drei Tätigkeitsschwerpunkte: Er ist

  • Forum für Energiemarktdienstleister
  • Informationsplattform für den Markt und
  • Interessenvertreter für Energiemarktdienstleistungen.

Die Mitgliedsunternehmen, darunter auch VOLTARIS, setzen sich zusammen aus Unternehmen des Abrechnungs- und Zählerwesens, Forderungsmanagern, IT-Dienstleistern sowie Messstellenbetreibern und Messdienstleistern.

Smart Meter Rollout gestoppt? Unsere Einschätzung

Seit Anfang März sorgt das Urteil über den Stopp der Einbauverpflichtung intelligenter Messsysteme für Diskussionen.

Wir haben uns intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt, um das Thema fachlich einzuordnen:

In der Entscheidung des OVG Münster geht es um die Rechtmäßigkeit der Markterklärung des BSI. Unabhängig des noch ausstehenden Entscheides des OVG in den fünfzig weiteren Verfahren gilt der Entscheid nur für die Kläger. Für alle anderen Marktteilnehmer – und somit für den Großteil der Messstellenbetreiber – ist die Markterklärung bereits bestandskräftig geworden.

10% Rollout-Quote gilt nach wie vor

Nichtsdestotrotz verunsichert das Urteil nun die Branche insgesamt: Wie sollen Versorger, die nicht geklagt haben, mit der Situation umgehen? Denn über den Kreis der Beschwerdeführer hinaus stellt sich nun natürlich die Frage nach der Akzeptanz der aktuellen Regularien insgesamt. Unserer Auffassung nach sind dabei ein paar wesentliche Punkte zu beachten: Nach wie vor gilt die 10%-Verpflichtung – eine Missachtung führt im schlimmsten Fall zum Verlust der Grundzuständigkeit.

Anwendergemeinschaft treibt Rollout weiter voran

An den wesentlichen Aspekten des Rollouts wird sich nichts ändern, nämlich an der grundsätzlichen Technik und vor allem an den zugehörigen Umsetzungsprozessen. Insofern ist es empfehlenswert, die Zeit weiterhin sinnvoll zu nutzen. Innerhalb unserer Anwendergemeinschaft werden wir daher mit Ihnen zusammen den Rollout wie geplant weiter vorantreiben und professionalisieren.

Wichtig für die gesamte Branche ist nun, dass Gesetzgeber und BSI zügig Unsicherheiten und Zweifel ausräumen.

Zu den weiteren Entwicklungen werden wir Sie auf dem Laufenden halten.

VOLTARIS intelligente Messsysteme und Messstellenbetrieb

Die zwei wichtigsten Faktoren beim Smart Meter Rollout

Der Smart Meter Rollout innerhalb unserer Anwendergemeinschaft Messsystem läuft auf Hochtouren. Zusammen mit unseren Stadtwerke-Partner setzen wir die neuen Prozesse im intelligenten Messstellenbetrieb exakt nach den Vorgaben des Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) um. Mehr noch: Wir orientieren uns am Teststufenkonzept des FNN, dem größten branchenweiten Praxistest zur Einführung der intelligenten Messsysteme (iMSys) überhaupt. Als besonderen Service haben wir ein spezielles Arbeits- und Prozesshandbuch erarbeitet, das den Rollout-Managern als Arbeitsgrundlage für alle aufgestellten Prozesse im Zusammenhang mit dem iMSys-Rollout dient. So können sie sicher sein, alle wesentlichen Arbeitsabläufe zu beachten. Vor allem der elektronische Bestell- und Lieferprozess der Smart Meter Gateways erfordert ein sorgfältiges Arbeiten nach den strengen Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Kommunikationsanbindung der Gateways

Eine der größten Herausforderungen – und gleichzeitig einer der größten Erfolgsfaktoren – beim iMSys-Einbau ist die Kommunikationsanbindung der Gateways. Die Geräte werden vor Ort über Mobilfunk angebunden und parametriert. Der stabile Empfang ist für die sichere Übertragung der Messdaten entscheidend. Ist der Empfang schlecht, kann es beim Initialisierungsprozess zu Verzögerungen kommen. Schon im Vorfeld des Einbaus stellen wir unseren Kunden auf Wunsch die Providerdaten der entsprechenden Anschlussobjekte zur Einschätzung der Mobilfunk-Empfangsstärke bereit. Damit kann der Einbau zeitlich und hin- sichtlich der Antennenauswahl besser geplant werden. Letztlich entscheidet der Monteur vor Ort anhand eines Netzscanners, welche Antenne wie zu platzieren ist, um den bestmöglichen Empfang zu gewährleisten.

Wie sag ich’s meinem Kunden?

Entscheidend für den Rollout-Erfolg ist auch die Akzeptanz der Letztverbraucher. Die Kundenkommunikation spielt eine große Rolle, sowohl im Vorfeld des Umbaus als auch durch den Servicetechniker vor Ort. Den höheren Kosten für ein iMSys stehen derzeit noch keine Mehrwerte gegenüber. Wichtig aus unserer Sicht ist es, dass der Rollout nun zügig vorangeht und Skaleneffekte genutzt werden können. Dazu ist es notwendig, dass Technik und Regularien zügig den Umbau weiterer Fallgruppen und die Einbindung von Mehrwertdiensten ermöglichen. Erst dann bringt der Rollout den versprochenen Nutzen für die Kunden und die Digitalisierung der Energiewende.

Neues Geschäftsmodell für Stadtwerke: Submetering

Mit jedem iMSys-Einbau lernen die Mitarbeiter und Monteure dazu. Da in der Anwendergemeinschaft sowohl kleinere und mittlere Stadtwerke als auch große Energieversorger zusammenarbeiten (35 Partner sind es insgesamt), werden die unterschiedlichsten Anforderungen behandelt. Die Erfahrungen analysieren wir mit allen Teilnehmern – sie fließen direkt  in die Prozessoptimierung ein. Für die Anwendergemeinschaft werden wir rund 1,2 Mio. Zählpunkte im intelligenten Messstellenbetrieb betreuen, davon rund 150000 iMSys als Full-Service-Dienstleistung. Parallel arbeiten wir an der Entwicklung von Mehrwertdiensten, zum Beispiel dem Submetering zur automatisierten Heizkostenabrechnung als Dienstleistung für die Wohnungswirtschaft. Wenn ab 2021 der Gebäudeeigentümer als Anschlussnehmer den Messstellenbetreiber frei wählen kann und Bündelangebote nach §6 MsbG platziert werden können, wird Submetering für Stadtwerke zu einem wichtigen neuen Geschäftsfeld.

 

Qualitätssicherung im digitalen Messwesen: Was unbedingt dazu gehört

Im intelligenten Messstellenbetrieb muss Qualitätssicherung neu gedacht werden

Warum nur Zähler und Messgeräte zu prüfen bei weitem nicht mehr ausreicht.

Der Smart Meter Rollout ist ein Mammutprojekt für Stadtwerke, das kann man durchaus so sagen. Insbesondere für Netzbetreiber und die grundzuständigen Messstellenbetreiber, denn in den nächsten Jahren werden tausende Zähler gegen moderne Messeinrichtungen (mME) und intelligente Messsysteme (iMSys) getauscht. Doch die iMSys und die darauf basierenden neuen Geschäftsmodelle wie Submetering oder Internet of Things (IoT)-Konzepte erfordern eine hochkomplexe IKT-Infrastruktur, zudem muss sowohl das netzdienliche als auch das marktdienliche Steuern zuverlässig funktionieren.

Was bedeutet das? Dass es im digitalen Messwesen bei der Qualitätssicherung nicht mehr nur um geprüfte Messgeräte gehen kann. Nein, auch die Funktionalitätssicherheit von Software, Prozessen und Komponenten muss mit einbezogen werden. Ergo muss die Qualitätssicherung im digitalen Messwesen neu gedacht werden, da sie eine wichtige Voraussetzung für den wirtschaftlichen Rollout und das Gelingen der Energiewende ist.

Geräte, Systeme und Prozesse

Durch die Vielzahl der miteinander verzahnten IKT-Prozesse muss Qualitätssicherung heute vor allem auch Funktionalitätssicherheit garantieren – nur Messbeständigkeit und Messsicherheit nach dem Mess- und Eichgesetz reichen hier nicht mehr aus. Denn Qualitätssicherung hat nicht mehr nur zum Ziel, die Messgeräte möglichst lange im Netz belassen zu können, sie muss auch den möglichst fehlerfreien Betrieb der Systeme und Prozesse gewährleisten. VOLTARIS hat die vielfältigen Aspekte der Qualitätssicherung übrigens in einem umfassenden QS-Konzept gebündelt.

Für Netzbetreiber und Messstellenbetreiber beginnt die Qualitätssicherung bereits bei der Planung. Uns das gilt nicht nur für Anzahl und Spezifikation der zu beschaffenden Geräte, sondern auch für die Planung der Lager- und Montagekapazitäten. Des Weiteren ist Interoperabilität das Gebot der Stunde – die Komponenten eines iMSys müssen so standardisiert sein, dass Geräte unterschiedlicher Hersteller problemlos miteinander funktionieren können (Interoperabilität) und sich auswechseln lassen (Austauschbarkeit). Das Qualitätssiegel des FNN, der sog. Konformitätsnachweis, zeigt auf den ersten Blick, dass die Konformität des intelligenten Messsystems mit den in den FNN-Lastenheften definierten Lasten heften gegeben ist

Sichere Logistikkette der Smart Meter Gateways und Stichprobenverfahren

Auch eine sichere Lieferkette trägt zur Qualitätssicherung bei. Um den Logistikprozess der Smart Meter Gateways so sicher wie möglich zu gestalten, hat das BSI hohe Anforderungen an den sicheren Umgang mit den Gateways definiert, um Manipulationen an den Geräten und das unbemerkte Einschleusen von nicht zertifizierten Geräten in den Montageprozess zu verhindern. Die Vorgaben gelten von der Produktion des Gateways bis hin zur Montage beim Endkunden. Und last but not least spielt das neue Stichprobenverfahren zur Eichgültigkeitsverlängerung eine wichtige Rolle.

Ich habe mir zur Qualitätssicherung mal etwas mehr Gedanken gemacht und die wichtigsten Punkte in einem Fachbeitrag zusammengestellt. Darin zeige ich auch auf, wie wir als VOLTARIS die Themen angehen und wie unsere Stadtwerke-Partner davon profitieren. Der Beitrag ist Mitte November in der ew spezial Stadtwerke erschienen und hier verlinkt:  https://voltaris.de/service/publikationen/

PS: Im Feldtest zur Einführung der intelligenten Messsysteme, den wir im Januar mit unseren Kunden starten, werden wir alle dafür erforderlichen Prozesse abbilden und testen. Mehr dazu – und zu den lessons learned – demnächst hier im Blog.

Smart Meter Rollout - Dienstleistungen für Stadtwerke und Messstellenbetreiber

Smart Meter Rollout: Sind die Stadtwerke startklar?

Der Rollout der intelligenten Messsysteme nimmt Fahrt auf. Seitdem das erste Smart Meter Gateway durch das BSI zertifiziert wurde, ist die Einführung der iMSys auch auf der Agenda der Stadtwerken nach oben gerutscht, trotz aller bisherigen Verzögerungen. Kommen die weiteren Zertifizierungen zu den metering days im Oktober? Man weiß es nicht… Auf jeden Fall gilt es jetzt, neben dem Tagesgeschäft die Systeme und Prozesse fit für den Rollout zu machen. Und – um den wirtschaftlichen Erfolg des Rollouts zu sichern – attraktive Mehrwertdienste mit hohem Kundennutzen zu entwickeln. Sind die Stadtwerke startklar?

Zusammenarbeit mit kompetenten Dienstleistern
Bei der Menge an komplexen Aufgaben, die sich aus dem Messstellenbetriebsgesetz ergeben, empfehlen wir eine Zusammenarbeit mit kompetenten Dienstleistern. Hier muss jedes Stadtwerk überlegen, welche Dienstleistungen es selbst erbringen und welche es auslagern möchte. Da die Anforderungen an IT-Systeme, Montage und Logistik eher komplex und innerhalb knapp bemessener Preisobergrenzen zu erfüllen sind, ist es gerade für kleine und mittlere Stadtwerke sinnvoll, diese Dienstleistungen extern zu vergeben. VOLTARIS bietet eine vollumfängliche System- und Produktlandschaft für den klassischen und intelligenten Messstellenbetrieb, mit modularen Lösungen entlang der kompletten Wertschöpfungskette des grundzuständigen und wettbewerblichen Messstellenbetreibers.

Wo macht eine Auslagerung noch Sinn?
Auch die Auslagerung der Gateway-Administration kann für Stadtwerke wirtschaftlicher sein, da die Anforderungen an Informationssicherheit und Datenschutz entsprechend hoch sind. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass sie durch die Beauftragung eines Dienstleisters keine eigene BSI-Zertifizierung benötigen. Um Engpässe bei der Auslieferung und Montage der neuen Zählertechnik zu vermeiden – man denke nur an den aufwändigen Bestell-, Liefer- und Inbetriebnahmeprozess der intelligenten Messsysteme – sollte auch hier auf einen externen Dienstleister zurückgegriffen werden. VOLTARIS bietet, neben dem Gerätemanagement, das Workforce-Management-System MOM an, das speziell für die Anforderungen der intelligenten Messsysteme und modernen Messeinrichtungen entwickelt wurde. Es unterstützt Monteure und Disponenten dabei, die Zähler-Montagen koordiniert durchzuführen und beinhaltet neben der Disposition auch die Erstellung der notwendigen Kundenanschreiben und die mobile Unterstützung des Montagepersonals vor Ort. Der Montageprozess kann damit von der Planung bis zur Inbetriebnahme vollständig elektronisch und qualitätsgesichert unterstützt werden.

Anwendergemeinschaft Messsystem
35 Energieversorgungsunternehmen und Netzbetreiber mit rund 1,2 Millionen Zählpunkten arbeiten mittlerweile in der VOLTARIS Anwendergemeinschaft Messsystem zusammen, um den intelligenten Messstellenbetrieb zu gestalten. In regelmäßigen Workshops geht es dabei nicht nur um Gerätetechnik, IT- Systeme und Prozesse, es werden auch Schulungen für Techniker und Monteure angeboten. Die Entwicklung von Mehrwertdiensten wie Mieterstrom, Mehrspartenauslesung und Submetering werden ebenfalls intensiv vorangetrieben und den Stadtwerke-Partnern als White Label Produkte zur Verfügung gestellt.

Roadmap, Barometer, Marktanalyse: Was heißt das für den Rollout?

Gleich drei wichtige Veröffentlichungen, die im Zusammenhang mit dem Smart Meter Rollout stehen, beschäftigen derzeit die Branche: Ende Januar wurde die BMWi-BSI Roadmap veröffentlicht, dicht gefolgt vom Barometer Digitalisierung und der BSI-Marktanalyse.

Gateway als zentrale Kommunikationsplattform

Was bedeutet das konkret für den Rollout-Start? Generell bestätigen die Veröffentlichungen, was sich in der Vergangenheit bereits abgezeichnet hat: eine klare Orientierung zum Gateway als zentrale Kommunikationsplattform für Messdaten aller Verbrauchergruppen. Im Dezember ist das erste Gateway (Hersteller PPC) vom BSI zertifiziert worden. Zu weiteren Zertifizierungen und damit der Feststellung der technischen Möglichkeit des Rollout-Starts macht die Marktanalyse keine eindeutigen Aussagen. Die Verzögerung der weiteren Zertifizierungen liegt an der nun verpflichtenden Funktionalität des TAF 2, der die zeitvariablen Tarife betrifft. Auf dessen Implementierung in den G1-Gateways hatten sich nicht alle Hersteller festgelegt. Den TAF 2 verpflichtend umzusetzen erachten wir als sinnvoll, da somit eine wichtige Funktionalität der Geräte sichergestellt wird. Wir gehen davon aus, dass in den nächsten Monaten weitere Gateways die Zertifizierung erhalten werden und der Rollout starten kann.

VOLTARIS Anwendergemeinschaft Messsystem als starkes Netzwerk

Unabhängig von der Tatsache, dass drei zertifizierte Gateways zur Verfügung stehen müssen, kann der wMSB schon jetzt mit Angeboten an die Endkunden beginnen. Wir denken, dass dadurch eine ähnliche Marktdynamik wie beim Start des Rollouts durch den gMSB erzeugt wird. Deshalb werden wir unsere geplanten Feldtests und Projekte in unserer Anwendergemeinschaft auf jeden Fall starten. Wir betreuen mittlerweile ein stabiles regionales Kundennetzwerk mit 1,2 Millionen Zählpunkten und werden uns nun mit unseren Kunden zusammen auf die Feldtests, die Umsetzungsprojekte und die Entwicklung von Mehrwertdiensten im Submetering konzentrieren. Übrigens: Auch den Herausforderungen durch die sichere Logistikkette können unsere Kunden gelassen entgegen sehen. Wir folgen zunächst dem von PPC vorgestellten Konzept und werden für die Mitglieder der Anwendergemeinschaft entsprechende Schulungen anbieten.

Für die schnittstellenarme, sichere Integration der neuen Prozesse hat VOLTARIS ein schlankes, mehrmandantenfähiges Frontend entwickelt

Webbasiertes Frontend vereinfacht Prozesse und Schnittstellen

Wir stehen alle in den Startlöchern, was den Smart Meter Rollout angeht. Vor allem Stadtwerke haben sich akribisch auf den Tag X vorbereitet, denn gerade sie stehen vor großen Herausforderungen. Als wären Abrechnungssystem und Energiedatenmanagement nicht genug, nein, jetzt muss auch die Smart Meter Gateway-Administration in die IT-Landschaft integriert werden. Denn die automatisierte Prozessabwicklung und Systemintegration ist – neben der Abbildung der neuen Prozesse – Voraussetzung für neue Geschäftsmodelle wie monatliche Abrechnungen oder zeit- und lastvariable Tarife.

Praktische Lösung: Frontend
Mit dem Frontend bieten wir ein innovatives Onlineportal an, über das Stadtwerke-Kunden die Stammdaten, die sie für die Inbetriebnahme der intelligenten Messsysteme benötigen, an den Gateway-Administrator (also VOLTARIS) übermitteln können. Die Dateneingabe stößt die Prozesse der Inbetriebnahme automatisch an und steuert Folgeprozesse zu externen Markteilnehmern und zum Gateway-Administrator. Echt praktisch! Und um sicher zu gehen, dass die Inbetriebnahme geklappt hat, erfolgt eine Rückmeldung. Das ist besonders für kleinere und mittlere Stadtwerke interessant, die so nicht noch extra ein aufwändiges Schnittstellenprojekt aufsetzen müssen.

Doch das ist noch nicht alles
Das Frontend steuert auch Entstörungsprozesse: Der Gateway-Administrator (also wieder VOLTARIS) erkennt automatisch, wenn es Unstimmigkeiten im laufenden Betrieb gibt und informiert die Kunden. So können Störungen schnell behoben werden. Präsentiert haben wir das benutzerfreundliche Frontend erstmals im Workshop der Anwendergemeinschaft „Mehrwertdienste, Technik und Implementierung“ am 6. Dezember in Kaiserslautern. Bei den kommenden Feldtests werden wir das Frontend einsetzen.

Hier wird ein teilautonomer Bauernhof mit erhöhter Selbstversorgung untersucht.

SESAM – Energiezukunft auf dem Bauernhof

Als Partner des Bundesforschungsprojektes Designetz sind wir im Unterauftrag der Pfalzwerke AG unter anderem in das Teilvorhaben „D10 SESAM-Farm“ eingebunden. Was SESAM bedeutet? Sustainable Energy Supply for Agricultural Machinery. Dort wird ein teilautonomer Bauernhof mit erhöhter Selbstversorgung untersucht, der durch die Nutzung mobiler Speicher und erneuerbarer Energien in Kombination mit einem Energiemanagementsystem ein markt-, netz- und systemdienliches Verhalten generiert. Wir sind dabei für die Erstellung des Messkonzepts und die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) verantwortlich.

Doch was heißt das genau?
Im Detail geht es um die Bewirtschaftung von Batterien mobiler Landmaschinen mit Grid-Plug-In-Funktionalität im Umfeld landwirtschaftlicher Betriebe mit einer eigenen elektrischen Energieerzeugung wie beispielsweise einer Photovoltaik- oder eine Biogasanlage. Mit dem Fokus auf Smart Grid beziehungsweise Smart Rural Grid sollen Erkenntnisse für das Energiesystem der Zukunft gewonnen werden, zum Beispiel, welche neuen Geschäftsmodelle möglich sind. Denkbar wären Netzdienstleistungen oder zeitvariable Tarife für landwirtschaftliche Betriebe.

Jetzt stellen Sie sich wahrscheinlich die Frage: Warum ein Bauernhof? Nun, landwirtschaftliche Betriebe nehmen für die Nutzung erneuerbarer Energien und die Bereitstellung von Systemdienstleistungen für das Netz eine wichtige Rolle ein. Vor allem die großen Dach- und Freiflächen sowie die Nutzung von Biomasse und Gülle bieten ein hohes Potenzial zur Stromerzeugung.

Und was macht VOLTARIS?
Wir sind im Projekt SESAM verantwortlich für die Erstellung des Messkonzepts und der IKT. Dafür wurden intelligente Messsysteme an unterschiedlichen Messpunkten installiert, wobei die Herausforderung darin lag, die Energiedaten ohne Unterbrechung bereitzustellen. Weiterhin untersuchen wir auch mehrere Kommunikationswege wie Powerline oder LoRa WAN im Mix. Die Ergebnisse aus dem Projekt werden für Netzbetreiber im ländlichen Raum hochinteressant sein. Mehr Infos gibt es hier: https://voltaris.de/forschungsprojekte/designetz/