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Warum die Beschaffung von Zählern und Smart Meter Gateways stockt

Die Digitalisierung der Energiewende und der daraus resultierende Smart Meter Rollout stellt Stadtwerke und Netzbetreiber vor große Herausforderungen. Innerhalb der kommenden zehn Jahre werden Millionen Zähler gegen moderne Messeinrichtungen (mME) und intelligente Messsysteme (iMSys) getauscht. Die Komplexität der Technologien und Prozesse ist enorm gestiegen. Jetzt, wo der Smart Meter Rollout Fahrt aufnimmt, steigt der Bedarf an mME und Basiszählern rasant an. Und auch die Verfügbarkeit der Smart Meter Gateways muss bei der Planung berücksichtiget werden.

Lieferengpässe verzögern den Smart Meter Rollout

Die derzeitigen globalen Lieferengpässe in der Chip- und Halbleiterindustrie resultieren aus dem Zusammenspiel vieler Faktoren: Während des ersten Lockdowns aufgrund der Pandemie standen die Produktionsstätten mehrfach still. Parallel hat der von Corona befeuerte Digitalisierungsschub zu einer verstärkten Nachfrage geführt. Auch der zunehmende Chip-Bedarf für das Mining von Kryptowährungen beeinflusst den Markt, und für Elektrofahrzeuge werden ebenfalls immer mehr elektronische Bauteile wie Chips, Sensoren oder Prozessoren benötigt. Die daraus resultierenden Lieferengpässe sorgen sowohl bei den Zählerherstellern als auch bei den Netzbetreibern für einen eingeschränkten Betriebsablauf und können höhere Einkaufspreise, längere Wartezeiten, einen höheren Aufwand bei der Qualitätssicherung und einen größeren Planungsaufwand mit sich bringen.

Aufgepasst bei der Qualität der Zähler und Messeinrichtungen!

Die Zähler und Messeinrichtungen unterscheiden sich nicht nur in ihrer Handhabung, sondern auch in ihrer Qualität. Etablierte Hersteller liefern qualitativ gute Geräte. Neue Marktplayer müssen an das Qualitätsniveau oftmals erst herankommen, gewähren aber attraktive Preise. Wir unterstützen die Stadtwerke und Netzbetreiber zuverlässig bei der Gerätebeschaffung. Wir bieten ein umfassendes herstellerunabhängiges Gerätesortiment beraten bei der Geräteauswahl, der Beschaffung und der notwendigen Erfüllung aus den eichrechtlichen Anforderungen. Und das in gleich drei eigenen, staatlich anerkannten Prüfstellen. Durch die Mitarbeit in den relevanten Gremien und Verbänden wie dem Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) sowie der Agentur für Messwertqualität und Innovation (ami) sind die Mitarbeitenden stets auf dem neuesten Stand der Zähl- und Messtechnik.

MsbG-Anpassung macht Rollout wieder rechtssicher!

Seit Anfang März sorgt das Urteil über den Stopp der Einbauverpflichtung intelligenter Messsysteme (iMSys) für Diskussionen. Auch wenn der Entscheid nur für die Kläger gilt (für alle anderen Marktteilnehmer ist die Markterklärung bereits bestandskräftig geworden) verunsichert das Urteil die Branche insgesamt. Etliche Verbände und Akteure hatten in den letzten Wochen gefordert, dass Gesetzgeber und BSI zügig die entstandenen Unsicherheiten und Zweifel ausräumen.

Anpassung des Messstellenbetriebsgesetzes noch in diesem Jahr geplant

Das BMWi will nun das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) anpassen –  so schnell wie möglich und noch in diesem Jahr. Die Technischen Richtlinien (TR) sollen hinsichtlich der funktionalen Interoperabilität der Smart Meter Gateways überarbeitet und ein formales TR-Zertifizierungsverfahren soll etabliert werden.

Damit soll die Möglichkeit der sukzessiven Weiterentwicklung und gestuften Markterklärung für weitere Anwendungsfälle hin zu einem uni­versell einsetzbaren Smart Meter Gateway geschaffen werden (Stufenmodell). Die stufenweise Weiterentwicklung der Gateways und die neuen Tarifanwendungsfälle ebnen den Weg für markt- und netzdienliche digitale Mehrwertdienste.

Das BSI kündigte zudem an, dass im Sommer ein dritter Smart Meter Gateway Hersteller (nach PPC und EMH) re-zertifiziert sein soll. Die Geräte können dann über Updates alle gesetzlich vorgesehenen Mindestanforderungen erfüllen.

Dem BMWi wäre es damit in Zusammenarbeit mit den beteiligten Akteuren (u.a des BDEW und des VKU) in kurzer Zeit gelungen, die vom OVG Münster kritisierten Schwachstellen der bestehenden Regelungen auszumerzen.

Der Rollout kann wieder Fahrt aufnehmen!

Innerhalb unserer Anwendergemeinschaft arbeiten wir weiterhin an der Automatisierung und Optimierung der Prozesse, um den geplanten Anstieg der Rollout-Mengen erfolgreich und wirtschaftlich umzusetzen. 

Bestandsschutz für bereits verbaute und beschaffte Smart Meter Gateways

Die geplanten Änderungen im Detail:

  • Investitionssicherheit für einen beschleunigten stufenweisen Rollout mit sukzessiver Weiterentwicklung der Systeme für neue Anwendungsfälle
  • Verrechtlichung der bereits abgestimmten Weiterentwicklungsansätze in der BMWi/BSI-Roadmap und bei Leitlinien zur sternförmigen Kommunikation: Die Plausibilisierung und Ersatzwertbildung im Backend bzw. die Versendung von abrechnungsrelevanten Daten über das Backend des Messstellenbetreibers soll künftig als Grundsatz und nicht als Ausnahme festgelegt werden – solange eine Bearbeitung und Versendung im Gateway nicht möglich ist.
  • Bestandsschutzregelung für den Fall, dass sich die BSI-Markterklärung nachträglich als nichtig oder rechtswidrig erweist oder aufgehoben wird. Die bisher verbauten und beschafften Gateways sollen noch in diesem Jahr ein Update erhalten, so dass alle die gesetzlichen Anforderungen erfüllen.
  • Es soll klargestellt werden, dass Mindestanforderungen an das iMSys im Zusammenhang mit den technischen Systemen des Messstellenbetreibers und weiterer Berechtigter und nicht vollständig durch das Gateway selbst zu erfüllen sind.

Knackpunkt Mobilfunkanbindung beim Einbau intelligenter Messsysteme

Der Rollout der intelligenten Messsysteme (iMSys) läuft und die ersten Einbauten innerhalb unserer Anwendergemeinschaft sind erfolgreich verlaufen. Bisher ist die Qualität der Messdaten gut bis sehr gut. Die größte Herausforderung liegt nach wie vor in der Mobilfunkanbindung: Vier von fünf Störungen lassen sich auf zu schlechten Empfang zurückführen. Aber warum ist das so? Die Geräte haben SIM-Karten und werden vor Ort über Mobilfunk angebunden und parametriert. Wenn der Mobilfunkempfang am Einbauort des iMSys schlecht ist, kann es im Initialisierungsprozess zu Verzögerungen kommen. Im Idealfall dauert es etwa 60 Minuten, bis alle Profile aufgespielt sind und das Gateway im Produktivmodus arbeitet. Das kann je nach Verbindung dann auch schon mal einige Stunden dauern. Oder die Verbindung ist insgesamt instabil. Das ist natürlich nicht akzeptabel.

Maßnahmenpaket für die Mobilfunkanwendung von Smart Meter Gateways

Um die Monteure vor Ort zu unterstützen, haben wir ein komplettes Maßnahmenpaket für die Mobilfunkanwendung entwickelt. Vor der Installation bieten wir eine Abfrage der Providerdaten für die Anschlussobjekte an, um die Feldstärke am Haus festzustellen. Für Gateways, die im Keller verbaut werden, gibt es typische Abschlagswerte. Es kann aber sein, wenn man sich die Situation vor Ort anschaut, dass der Kellerraum noch stärker abgeschirmt ist, als gedacht. Dann muss man vielleicht eine Antenne ans Fenster legen oder gleich nach Möglichkeit auf eine andere Technologie ausweichen. Wir testen weitere WAN-Alternativen, z.B. die Anbindung von Gateways im 450 MHz-Funknetz.

Hoffnungsträger 450-MHz-Netz

Das 450-MHz-Netz (lesen Sie im Positionspapier des VKU/BDEW mehr dazu) ist sehr wichtig für die Energiewirtschaft. Nicht nur als Kommunikationsnetz in Krisenfällen, sondern eben auch für die Datenübertragung im intelligenten Messwesen. Damit kann man auch Gateways an Orten in Liegenschaften anbinden, die man mit herkömmlicher Mobilfunkanbindung nicht erreichen würde. Im Rahmen von Designetz haben wir in zwei Demonstrator-Gebieten im Saarland bereits Gateways für das 450-MHz-Netz verbaut. Im Moment ist es noch zu früh, über Erfahrungswerte zu sprechen – das holen wir zu gegebener Zeit nach.

Spezielle Gateways, Pegelmessung und Antennentechnik

Weiterhin verwenden wir im Bedarfsfall spezielle LTE Smart Meter Gateways mit 2G/3G-Fallback. Auch die Pegelmessung vor Ort spielt eine wichtige Rolle. Gemessen werden sollte zwei Mal: Einmal vor dem Gebäude und einmal im Zählerschrank. Die Prüfung vor dem Gebäude bestimmt, ob vor Ort überhaupt ein ausreichender Empfang gegeben ist. Diese Messung kann auch zum Vergleich mit den Providerdaten herangezogen werden. Die zweite Prüfung erfolgt über die Einbauantenne am Zählerschrank. Anhand dieser entscheidet der Monteur, ob der Einbau durchgeführt werden soll oder nicht. Um sicher zu gehen, sollte er auch eine Empfangsprüfung in einem geschlossenen Zählerschrank durchführen. Auch die Auswahl der geeigneten Antenne spielt eine große Rolle. Grundsätzlich sind alle drei Antennenarten (Hutschienenantenne, multifunktionelle Antenne und Rundstrahlantenne) LTE- bzw. GPRS-fähig. Letztendlich entscheidet der Monteur vor Ort anhand eines speziellen Netzscanners, welche Antenne wie zu platzieren ist, um die bestmögliche Verbindung zu erreichen.

Exklusiv für unsere Kunden: Montagehandbuch für den Einbau intelligenter Messsysteme

Mit jedem Einbau eines iMSys steigt unser Erkenntnisgewinn. Diese Lessons Learned diskutieren wir innerhalb unserer Anwendergemeinschaft und dokumentieren sie sogfältig in praxistauglichen Handbüchern. Im Januar brandaktuell erschienen ist unser Handbuch zur Installation und Inbetriebnahme der intelligenten Messsysteme . Es enthält die Abbildungen aller einzelnen Installationsschritte in Bild und Text sowie eine ausführliche Antennenübersicht auf mehr als 60 Seiten. Die Erfahrungen aus den bisherigen Installationen sind mit eingeflossen. Das Montagehandbuch ergänzt das Prozess- und Arbeitshandbuch, das bereits veröffentlicht und im Einsatz ist. Dieses enthält alle relevanten Prozesse des grundzuständigen Messstellenbetreibers im Rahmen des Smart Meter Rollouts – von der Mengenplanung und Zählpunktauswahl über die Beschaffung und Disposition bis hin zu Installation, Inbetriebnahme und dem Störungsmanagement. Interessierte Stadtwerke und Netzbetreiber können sich der Anwendergemeinschaft übrigens noch anschließen. Nehmen Sie gerne Kontakt mit unserem Team iMSB auf.

 

VOLTARIS intelligente Messsysteme und Messstellenbetrieb

Die zwei wichtigsten Faktoren beim Smart Meter Rollout

Der Smart Meter Rollout innerhalb unserer Anwendergemeinschaft Messsystem läuft auf Hochtouren. Zusammen mit unseren Stadtwerke-Partner setzen wir die neuen Prozesse im intelligenten Messstellenbetrieb exakt nach den Vorgaben des Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) um. Mehr noch: Wir orientieren uns am Teststufenkonzept des FNN, dem größten branchenweiten Praxistest zur Einführung der intelligenten Messsysteme (iMSys) überhaupt. Als besonderen Service haben wir ein spezielles Arbeits- und Prozesshandbuch erarbeitet, das den Rollout-Managern als Arbeitsgrundlage für alle aufgestellten Prozesse im Zusammenhang mit dem iMSys-Rollout dient. So können sie sicher sein, alle wesentlichen Arbeitsabläufe zu beachten. Vor allem der elektronische Bestell- und Lieferprozess der Smart Meter Gateways erfordert ein sorgfältiges Arbeiten nach den strengen Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Kommunikationsanbindung der Gateways

Eine der größten Herausforderungen – und gleichzeitig einer der größten Erfolgsfaktoren – beim iMSys-Einbau ist die Kommunikationsanbindung der Gateways. Die Geräte werden vor Ort über Mobilfunk angebunden und parametriert. Der stabile Empfang ist für die sichere Übertragung der Messdaten entscheidend. Ist der Empfang schlecht, kann es beim Initialisierungsprozess zu Verzögerungen kommen. Schon im Vorfeld des Einbaus stellen wir unseren Kunden auf Wunsch die Providerdaten der entsprechenden Anschlussobjekte zur Einschätzung der Mobilfunk-Empfangsstärke bereit. Damit kann der Einbau zeitlich und hin- sichtlich der Antennenauswahl besser geplant werden. Letztlich entscheidet der Monteur vor Ort anhand eines Netzscanners, welche Antenne wie zu platzieren ist, um den bestmöglichen Empfang zu gewährleisten.

Wie sag ich’s meinem Kunden?

Entscheidend für den Rollout-Erfolg ist auch die Akzeptanz der Letztverbraucher. Die Kundenkommunikation spielt eine große Rolle, sowohl im Vorfeld des Umbaus als auch durch den Servicetechniker vor Ort. Den höheren Kosten für ein iMSys stehen derzeit noch keine Mehrwerte gegenüber. Wichtig aus unserer Sicht ist es, dass der Rollout nun zügig vorangeht und Skaleneffekte genutzt werden können. Dazu ist es notwendig, dass Technik und Regularien zügig den Umbau weiterer Fallgruppen und die Einbindung von Mehrwertdiensten ermöglichen. Erst dann bringt der Rollout den versprochenen Nutzen für die Kunden und die Digitalisierung der Energiewende.

Neues Geschäftsmodell für Stadtwerke: Submetering

Mit jedem iMSys-Einbau lernen die Mitarbeiter und Monteure dazu. Da in der Anwendergemeinschaft sowohl kleinere und mittlere Stadtwerke als auch große Energieversorger zusammenarbeiten (35 Partner sind es insgesamt), werden die unterschiedlichsten Anforderungen behandelt. Die Erfahrungen analysieren wir mit allen Teilnehmern – sie fließen direkt  in die Prozessoptimierung ein. Für die Anwendergemeinschaft werden wir rund 1,2 Mio. Zählpunkte im intelligenten Messstellenbetrieb betreuen, davon rund 150000 iMSys als Full-Service-Dienstleistung. Parallel arbeiten wir an der Entwicklung von Mehrwertdiensten, zum Beispiel dem Submetering zur automatisierten Heizkostenabrechnung als Dienstleistung für die Wohnungswirtschaft. Wenn ab 2021 der Gebäudeeigentümer als Anschlussnehmer den Messstellenbetreiber frei wählen kann und Bündelangebote nach §6 MsbG platziert werden können, wird Submetering für Stadtwerke zu einem wichtigen neuen Geschäftsfeld.

 

Was ist dran am Voll-Rollout intelligenter Messsysteme?

Intelligente Messsysteme für alle !?

Sollen künftig auch Haushalte mit weniger als 6.000 kWh Jahresverbrauch bzw. alle Messlokationen ein intelligentes Messsystem (iMSys) bekommen? Das Thema wird in der Politik und in der Branche schon seit langem diskutiert. Nun flammt es wieder auf – durch eine aktuelle Entschließung des Bundesrats, die auf eine Initiative Baden-Württembergs zurückgeht. Gemäß der Strombinnenmarktrichtlinie  soll der flächendeckende Einbau der iMSys in Deutschland beschleunigt werden.

Mehwertdienste als Treiber des Voll-Rollouts

Als Metering-Dienstleister favorisieren wir den Voll-Rollout. Mit den Smart Meter Gateways steht, unter Beachtung der BSI-Konformität, eine hochsi­chere und hochverfügbare Infrastruktur zur Verfügung – nicht nur für die Datenübertragung und Netzsteuerungs-Maßnahmen, sondern auch für Mehrwertdienste. Derzeit realisieren wir innerhalb unserer Anwendergemeinschaft beispielsweise die ersten Submetering-Pilotprojekte. Den Stadtwerken und Netzbetreibern stehen jetzt Lösungen zur Verfügung, die die Kunden begeistern und die Energiewende voranbrin­gen. Die Digitalisierung der Energiewende wird nur gelingen, wenn möglichst viele Anwendungsfälle – auch die Einbindung von dezentralen Erzeugungsanlagen, Elektromobilität und die intelligente Netzsteuerung – umgesetzt werden. Denn erst diese Funktionalitäten bringen den versprochenen Nutzen für die Energiewirtschaft und den Verbraucher.

Messstellenbetreiber, Netzbetreiber und Hersteller nehmen Stellung

Eine Umfrage von energie.blog zeigt, dass die Branche dem Voll-Rollout befürwortet – wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

VOLTARIS intelligente Messsysteme und Messstellenbetrieb

Drittes Smart Meter Gateway vom BSI zertifiziert – der Rollout kann starten!

Was für ein wunderbares Weihnachtsgeschenk!! Gestern hat das BSI das dritte Gateway (EMH) zertifiziert. Nachdem im Vorfeld die Geräte der Hersteller PPC und Sagemcom Dr. Neuhaus zertifiziert worden sind, haben nun Gateways von drei unterschiedlichen Herstellern die BSI-Zertifizierung erhalten. Damit ist eine zentrale Anforderung aus dem Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) erfüllt und der flächendeckende Rollout intelligenter Messsysteme kann beginnen. Für die grundzuständigen Messstellenbetreiber startet der Pflicht-Rollout jedoch erst nach der Markterklärung, in der das BSI nach § 30 MsbG auf Basis einer Marktanalyse die Feststellung der technischen Möglichkeit erklärt. Wir erwarten diese Anfang 2020.

Feldtest zur Einführung der intelligenten Messsysteme

Innerhalb der Anwendergemeinschaft haben wir gemeinsam mit unseren Stadtwerke-Partnern geeignete Messlokationen ausgewählt, die als Feldtestanlagen fungieren. Anhand des Bedarfs unserer  Kunden an Smart Meter Gateways, Basiszählern und Zubehör für das Jahr 2020 werden wir nun den Beschaffungsprozess der Geräte anstoßen. Wir unterstützen unsere Kunden aber nicht nur bei der Geräteauswahl und -beschaffung, sondern bei der Umsetzung aller Prozesse des intelligenten Messstellenbetriebs wie zum Beispiel der sicheren Logistikkette. In den Projekt-Workshops Anfang Februar erarbeiten wir gemeinsam mit den Teilnehmern der Anwendergemeinschaft weitere Prozessschritte wie zum Beispiel die Mengen- und Auftragsplanung oder den Beschaffungsprozess. Dazu erhält jeder Stadtwerke-Partner ein von VOLTARIS entwickeltes Projekthandbuch mit ausführlichen Templates zur Projektdokumentation.

Qualitätssicherung im digitalen Messwesen: Was unbedingt dazu gehört

Im intelligenten Messstellenbetrieb muss Qualitätssicherung neu gedacht werden

Warum nur Zähler und Messgeräte zu prüfen bei weitem nicht mehr ausreicht.

Der Smart Meter Rollout ist ein Mammutprojekt für Stadtwerke, das kann man durchaus so sagen. Insbesondere für Netzbetreiber und die grundzuständigen Messstellenbetreiber, denn in den nächsten Jahren werden tausende Zähler gegen moderne Messeinrichtungen (mME) und intelligente Messsysteme (iMSys) getauscht. Doch die iMSys und die darauf basierenden neuen Geschäftsmodelle wie Submetering oder Internet of Things (IoT)-Konzepte erfordern eine hochkomplexe IKT-Infrastruktur, zudem muss sowohl das netzdienliche als auch das marktdienliche Steuern zuverlässig funktionieren.

Was bedeutet das? Dass es im digitalen Messwesen bei der Qualitätssicherung nicht mehr nur um geprüfte Messgeräte gehen kann. Nein, auch die Funktionalitätssicherheit von Software, Prozessen und Komponenten muss mit einbezogen werden. Ergo muss die Qualitätssicherung im digitalen Messwesen neu gedacht werden, da sie eine wichtige Voraussetzung für den wirtschaftlichen Rollout und das Gelingen der Energiewende ist.

Geräte, Systeme und Prozesse

Durch die Vielzahl der miteinander verzahnten IKT-Prozesse muss Qualitätssicherung heute vor allem auch Funktionalitätssicherheit garantieren – nur Messbeständigkeit und Messsicherheit nach dem Mess- und Eichgesetz reichen hier nicht mehr aus. Denn Qualitätssicherung hat nicht mehr nur zum Ziel, die Messgeräte möglichst lange im Netz belassen zu können, sie muss auch den möglichst fehlerfreien Betrieb der Systeme und Prozesse gewährleisten. VOLTARIS hat die vielfältigen Aspekte der Qualitätssicherung übrigens in einem umfassenden QS-Konzept gebündelt.

Für Netzbetreiber und Messstellenbetreiber beginnt die Qualitätssicherung bereits bei der Planung. Uns das gilt nicht nur für Anzahl und Spezifikation der zu beschaffenden Geräte, sondern auch für die Planung der Lager- und Montagekapazitäten. Des Weiteren ist Interoperabilität das Gebot der Stunde – die Komponenten eines iMSys müssen so standardisiert sein, dass Geräte unterschiedlicher Hersteller problemlos miteinander funktionieren können (Interoperabilität) und sich auswechseln lassen (Austauschbarkeit). Das Qualitätssiegel des FNN, der sog. Konformitätsnachweis, zeigt auf den ersten Blick, dass die Konformität des intelligenten Messsystems mit den in den FNN-Lastenheften definierten Lasten heften gegeben ist

Sichere Logistikkette der Smart Meter Gateways und Stichprobenverfahren

Auch eine sichere Lieferkette trägt zur Qualitätssicherung bei. Um den Logistikprozess der Smart Meter Gateways so sicher wie möglich zu gestalten, hat das BSI hohe Anforderungen an den sicheren Umgang mit den Gateways definiert, um Manipulationen an den Geräten und das unbemerkte Einschleusen von nicht zertifizierten Geräten in den Montageprozess zu verhindern. Die Vorgaben gelten von der Produktion des Gateways bis hin zur Montage beim Endkunden. Und last but not least spielt das neue Stichprobenverfahren zur Eichgültigkeitsverlängerung eine wichtige Rolle.

Ich habe mir zur Qualitätssicherung mal etwas mehr Gedanken gemacht und die wichtigsten Punkte in einem Fachbeitrag zusammengestellt. Darin zeige ich auch auf, wie wir als VOLTARIS die Themen angehen und wie unsere Stadtwerke-Partner davon profitieren. Der Beitrag ist Mitte November in der ew spezial Stadtwerke erschienen und hier verlinkt:  https://voltaris.de/service/publikationen/

PS: Im Feldtest zur Einführung der intelligenten Messsysteme, den wir im Januar mit unseren Kunden starten, werden wir alle dafür erforderlichen Prozesse abbilden und testen. Mehr dazu – und zu den lessons learned – demnächst hier im Blog.

Bundesministerium veröffentlicht Flyer zum Smart Meter Rollout

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt die Branche bei der Kundenkommunikation zum Smart Meter Rollout: Einer informative Broschüre beleuchtet den Zusammenhang zwischen dem Rollout und der Energiewende und die hohen Sicherheitsniveaus der Datenschutzstandards im Smart Grid. Wir finden: eine gute Sache! Die Branche hatte sich die Unterstützung des Ministeriums bei der Endkundenkommunikation sehnlichst gewünscht.

Nützliche Informationen rund um digitale Stromzähler und Smart Meter Rollout

In der Broschüre werden unter anderem die Vorteile der neuen Zählertechnik für Privathaushalte und Unternehmen beschrieben. Beleuchtet werden Fragen wie „Was ist der Unterschied zwischen einem digitalen Stromzähler und einem Smart Meter und warum brauchen wir das überhaupt?“, „Wer bekommt einen Smart Meter und wann?“, „Welche Vorteile haben Unternehmen und Privathaushalte?“ und „Wie sicher sind Smart Meter und was kosten die überhaupt?“. Darüber hinaus werden unter der Rubrik „Was Sie sonst noch wissen sollten“ häufig gestellte Fragen beantwortet, zum Beispiel, ob man sich einen Smart Meter einbauen lassen kann, obwohl man nicht von der Einbaupflicht betroffen ist (grundsätzlich ja, aber…) oder – die andere Seite der Medaille – ob man den Einbau verweigern kann (nein, da gesetzlich vorgeschrieben). Weitere Informationen gibt es auch unter www.bmwi.de/smartmeter-faq.

 

 

Smart Meter Rollout - Dienstleistungen für Stadtwerke und Messstellenbetreiber

Smart Meter Rollout: Sind die Stadtwerke startklar?

Der Rollout der intelligenten Messsysteme nimmt Fahrt auf. Seitdem das erste Smart Meter Gateway durch das BSI zertifiziert wurde, ist die Einführung der iMSys auch auf der Agenda der Stadtwerken nach oben gerutscht, trotz aller bisherigen Verzögerungen. Kommen die weiteren Zertifizierungen zu den metering days im Oktober? Man weiß es nicht… Auf jeden Fall gilt es jetzt, neben dem Tagesgeschäft die Systeme und Prozesse fit für den Rollout zu machen. Und – um den wirtschaftlichen Erfolg des Rollouts zu sichern – attraktive Mehrwertdienste mit hohem Kundennutzen zu entwickeln. Sind die Stadtwerke startklar?

Zusammenarbeit mit kompetenten Dienstleistern
Bei der Menge an komplexen Aufgaben, die sich aus dem Messstellenbetriebsgesetz ergeben, empfehlen wir eine Zusammenarbeit mit kompetenten Dienstleistern. Hier muss jedes Stadtwerk überlegen, welche Dienstleistungen es selbst erbringen und welche es auslagern möchte. Da die Anforderungen an IT-Systeme, Montage und Logistik eher komplex und innerhalb knapp bemessener Preisobergrenzen zu erfüllen sind, ist es gerade für kleine und mittlere Stadtwerke sinnvoll, diese Dienstleistungen extern zu vergeben. VOLTARIS bietet eine vollumfängliche System- und Produktlandschaft für den klassischen und intelligenten Messstellenbetrieb, mit modularen Lösungen entlang der kompletten Wertschöpfungskette des grundzuständigen und wettbewerblichen Messstellenbetreibers.

Wo macht eine Auslagerung noch Sinn?
Auch die Auslagerung der Gateway-Administration kann für Stadtwerke wirtschaftlicher sein, da die Anforderungen an Informationssicherheit und Datenschutz entsprechend hoch sind. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass sie durch die Beauftragung eines Dienstleisters keine eigene BSI-Zertifizierung benötigen. Um Engpässe bei der Auslieferung und Montage der neuen Zählertechnik zu vermeiden – man denke nur an den aufwändigen Bestell-, Liefer- und Inbetriebnahmeprozess der intelligenten Messsysteme – sollte auch hier auf einen externen Dienstleister zurückgegriffen werden. VOLTARIS bietet, neben dem Gerätemanagement, das Workforce-Management-System MOM an, das speziell für die Anforderungen der intelligenten Messsysteme und modernen Messeinrichtungen entwickelt wurde. Es unterstützt Monteure und Disponenten dabei, die Zähler-Montagen koordiniert durchzuführen und beinhaltet neben der Disposition auch die Erstellung der notwendigen Kundenanschreiben und die mobile Unterstützung des Montagepersonals vor Ort. Der Montageprozess kann damit von der Planung bis zur Inbetriebnahme vollständig elektronisch und qualitätsgesichert unterstützt werden.

Anwendergemeinschaft Messsystem
35 Energieversorgungsunternehmen und Netzbetreiber mit rund 1,2 Millionen Zählpunkten arbeiten mittlerweile in der VOLTARIS Anwendergemeinschaft Messsystem zusammen, um den intelligenten Messstellenbetrieb zu gestalten. In regelmäßigen Workshops geht es dabei nicht nur um Gerätetechnik, IT- Systeme und Prozesse, es werden auch Schulungen für Techniker und Monteure angeboten. Die Entwicklung von Mehrwertdiensten wie Mieterstrom, Mehrspartenauslesung und Submetering werden ebenfalls intensiv vorangetrieben und den Stadtwerke-Partnern als White Label Produkte zur Verfügung gestellt.