Beiträge

Was ist dran am Voll-Rollout intelligenter Messsysteme?

Intelligente Messsysteme für alle !?

Sollen künftig auch Haushalte mit weniger als 6.000 kWh Jahresverbrauch bzw. alle Messlokationen ein intelligentes Messsystem (iMSys) bekommen? Das Thema wird in der Politik und in der Branche schon seit langem diskutiert. Nun flammt es wieder auf – durch eine aktuelle Entschließung des Bundesrats, die auf eine Initiative Baden-Württembergs zurückgeht. Gemäß der Strombinnenmarktrichtlinie  soll der flächendeckende Einbau der iMSys in Deutschland beschleunigt werden.

Mehwertdienste als Treiber des Voll-Rollouts

Als Metering-Dienstleister favorisieren wir den Voll-Rollout. Mit den Smart Meter Gateways steht, unter Beachtung der BSI-Konformität, eine hochsi­chere und hochverfügbare Infrastruktur zur Verfügung – nicht nur für die Datenübertragung und Netzsteuerungs-Maßnahmen, sondern auch für Mehrwertdienste. Derzeit realisieren wir innerhalb unserer Anwendergemeinschaft beispielsweise die ersten Submetering-Pilotprojekte. Den Stadtwerken und Netzbetreibern stehen jetzt Lösungen zur Verfügung, die die Kunden begeistern und die Energiewende voranbrin­gen. Die Digitalisierung der Energiewende wird nur gelingen, wenn möglichst viele Anwendungsfälle – auch die Einbindung von dezentralen Erzeugungsanlagen, Elektromobilität und die intelligente Netzsteuerung – umgesetzt werden. Denn erst diese Funktionalitäten bringen den versprochenen Nutzen für die Energiewirtschaft und den Verbraucher.

Messstellenbetreiber, Netzbetreiber und Hersteller nehmen Stellung

Eine Umfrage von energie.blog zeigt, dass die Branche dem Voll-Rollout befürwortet – wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

VOLTARIS intelligente Messsysteme und Messstellenbetrieb

Drittes Smart Meter Gateway vom BSI zertifiziert – der Rollout kann starten!

Was für ein wunderbares Weihnachtsgeschenk!! Gestern hat das BSI das dritte Gateway (EMH) zertifiziert. Nachdem im Vorfeld die Geräte der Hersteller PPC und Sagemcom Dr. Neuhaus zertifiziert worden sind, haben nun Gateways von drei unterschiedlichen Herstellern die BSI-Zertifizierung erhalten. Damit ist eine zentrale Anforderung aus dem Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) erfüllt und der flächendeckende Rollout intelligenter Messsysteme kann beginnen. Für die grundzuständigen Messstellenbetreiber startet der Pflicht-Rollout jedoch erst nach der Markterklärung, in der das BSI nach § 30 MsbG auf Basis einer Marktanalyse die Feststellung der technischen Möglichkeit erklärt. Wir erwarten diese Anfang 2020.

Feldtest zur Einführung der intelligenten Messsysteme

Innerhalb der Anwendergemeinschaft haben wir gemeinsam mit unseren Stadtwerke-Partnern geeignete Messlokationen ausgewählt, die als Feldtestanlagen fungieren. Anhand des Bedarfs unserer  Kunden an Smart Meter Gateways, Basiszählern und Zubehör für das Jahr 2020 werden wir nun den Beschaffungsprozess der Geräte anstoßen. Wir unterstützen unsere Kunden aber nicht nur bei der Geräteauswahl und -beschaffung, sondern bei der Umsetzung aller Prozesse des intelligenten Messstellenbetriebs wie zum Beispiel der sicheren Logistikkette. In den Projekt-Workshops Anfang Februar erarbeiten wir gemeinsam mit den Teilnehmern der Anwendergemeinschaft weitere Prozessschritte wie zum Beispiel die Mengen- und Auftragsplanung oder den Beschaffungsprozess. Dazu erhält jeder Stadtwerke-Partner ein von VOLTARIS entwickeltes Projekthandbuch mit ausführlichen Templates zur Projektdokumentation.

Qualitätssicherung im digitalen Messwesen: Was unbedingt dazu gehört

Im intelligenten Messstellenbetrieb muss Qualitätssicherung neu gedacht werden

Warum nur Zähler und Messgeräte zu prüfen bei weitem nicht mehr ausreicht.

Der Smart Meter Rollout ist ein Mammutprojekt für Stadtwerke, das kann man durchaus so sagen. Insbesondere für Netzbetreiber und die grundzuständigen Messstellenbetreiber, denn in den nächsten Jahren werden tausende Zähler gegen moderne Messeinrichtungen (mME) und intelligente Messsysteme (iMSys) getauscht. Doch die iMSys und die darauf basierenden neuen Geschäftsmodelle wie Submetering oder Internet of Things (IoT)-Konzepte erfordern eine hochkomplexe IKT-Infrastruktur, zudem muss sowohl das netzdienliche als auch das marktdienliche Steuern zuverlässig funktionieren.

Was bedeutet das? Dass es im digitalen Messwesen bei der Qualitätssicherung nicht mehr nur um geprüfte Messgeräte gehen kann. Nein, auch die Funktionalitätssicherheit von Software, Prozessen und Komponenten muss mit einbezogen werden. Ergo muss die Qualitätssicherung im digitalen Messwesen neu gedacht werden, da sie eine wichtige Voraussetzung für den wirtschaftlichen Rollout und das Gelingen der Energiewende ist.

Geräte, Systeme und Prozesse

Durch die Vielzahl der miteinander verzahnten IKT-Prozesse muss Qualitätssicherung heute vor allem auch Funktionalitätssicherheit garantieren – nur Messbeständigkeit und Messsicherheit nach dem Mess- und Eichgesetz reichen hier nicht mehr aus. Denn Qualitätssicherung hat nicht mehr nur zum Ziel, die Messgeräte möglichst lange im Netz belassen zu können, sie muss auch den möglichst fehlerfreien Betrieb der Systeme und Prozesse gewährleisten. VOLTARIS hat die vielfältigen Aspekte der Qualitätssicherung übrigens in einem umfassenden QS-Konzept gebündelt.

Für Netzbetreiber und Messstellenbetreiber beginnt die Qualitätssicherung bereits bei der Planung. Uns das gilt nicht nur für Anzahl und Spezifikation der zu beschaffenden Geräte, sondern auch für die Planung der Lager- und Montagekapazitäten. Des Weiteren ist Interoperabilität das Gebot der Stunde – die Komponenten eines iMSys müssen so standardisiert sein, dass Geräte unterschiedlicher Hersteller problemlos miteinander funktionieren können (Interoperabilität) und sich auswechseln lassen (Austauschbarkeit). Das Qualitätssiegel des FNN, der sog. Konformitätsnachweis, zeigt auf den ersten Blick, dass die Konformität des intelligenten Messsystems mit den in den FNN-Lastenheften definierten Lasten heften gegeben ist

Sichere Logistikkette der Smart Meter Gateways und Stichprobenverfahren

Auch eine sichere Lieferkette trägt zur Qualitätssicherung bei. Um den Logistikprozess der Smart Meter Gateways so sicher wie möglich zu gestalten, hat das BSI hohe Anforderungen an den sicheren Umgang mit den Gateways definiert, um Manipulationen an den Geräten und das unbemerkte Einschleusen von nicht zertifizierten Geräten in den Montageprozess zu verhindern. Die Vorgaben gelten von der Produktion des Gateways bis hin zur Montage beim Endkunden. Und last but not least spielt das neue Stichprobenverfahren zur Eichgültigkeitsverlängerung eine wichtige Rolle.

Ich habe mir zur Qualitätssicherung mal etwas mehr Gedanken gemacht und die wichtigsten Punkte in einem Fachbeitrag zusammengestellt. Darin zeige ich auch auf, wie wir als VOLTARIS die Themen angehen und wie unsere Stadtwerke-Partner davon profitieren. Der Beitrag ist Mitte November in der ew spezial Stadtwerke erschienen und hier verlinkt:  https://voltaris.de/service/publikationen/

PS: Im Feldtest zur Einführung der intelligenten Messsysteme, den wir im Januar mit unseren Kunden starten, werden wir alle dafür erforderlichen Prozesse abbilden und testen. Mehr dazu – und zu den lessons learned – demnächst hier im Blog.

Bundesministerium veröffentlicht Flyer zum Smart Meter Rollout

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt die Branche bei der Kundenkommunikation zum Smart Meter Rollout: Einer informative Broschüre beleuchtet den Zusammenhang zwischen dem Rollout und der Energiewende und die hohen Sicherheitsniveaus der Datenschutzstandards im Smart Grid. Wir finden: eine gute Sache! Die Branche hatte sich die Unterstützung des Ministeriums bei der Endkundenkommunikation sehnlichst gewünscht.

Nützliche Informationen rund um digitale Stromzähler und Smart Meter Rollout

In der Broschüre werden unter anderem die Vorteile der neuen Zählertechnik für Privathaushalte und Unternehmen beschrieben. Beleuchtet werden Fragen wie „Was ist der Unterschied zwischen einem digitalen Stromzähler und einem Smart Meter und warum brauchen wir das überhaupt?“, „Wer bekommt einen Smart Meter und wann?“, „Welche Vorteile haben Unternehmen und Privathaushalte?“ und „Wie sicher sind Smart Meter und was kosten die überhaupt?“. Darüber hinaus werden unter der Rubrik „Was Sie sonst noch wissen sollten“ häufig gestellte Fragen beantwortet, zum Beispiel, ob man sich einen Smart Meter einbauen lassen kann, obwohl man nicht von der Einbaupflicht betroffen ist (grundsätzlich ja, aber…) oder – die andere Seite der Medaille – ob man den Einbau verweigern kann (nein, da gesetzlich vorgeschrieben). Weitere Informationen gibt es auch unter www.bmwi.de/smartmeter-faq.

 

 

Smart Meter Rollout - Dienstleistungen für Stadtwerke und Messstellenbetreiber

Smart Meter Rollout: Sind die Stadtwerke startklar?

Der Rollout der intelligenten Messsysteme nimmt Fahrt auf. Seitdem das erste Smart Meter Gateway durch das BSI zertifiziert wurde, ist die Einführung der iMSys auch auf der Agenda der Stadtwerken nach oben gerutscht, trotz aller bisherigen Verzögerungen. Kommen die weiteren Zertifizierungen zu den metering days im Oktober? Man weiß es nicht… Auf jeden Fall gilt es jetzt, neben dem Tagesgeschäft die Systeme und Prozesse fit für den Rollout zu machen. Und – um den wirtschaftlichen Erfolg des Rollouts zu sichern – attraktive Mehrwertdienste mit hohem Kundennutzen zu entwickeln. Sind die Stadtwerke startklar?

Zusammenarbeit mit kompetenten Dienstleistern
Bei der Menge an komplexen Aufgaben, die sich aus dem Messstellenbetriebsgesetz ergeben, empfehlen wir eine Zusammenarbeit mit kompetenten Dienstleistern. Hier muss jedes Stadtwerk überlegen, welche Dienstleistungen es selbst erbringen und welche es auslagern möchte. Da die Anforderungen an IT-Systeme, Montage und Logistik eher komplex und innerhalb knapp bemessener Preisobergrenzen zu erfüllen sind, ist es gerade für kleine und mittlere Stadtwerke sinnvoll, diese Dienstleistungen extern zu vergeben. VOLTARIS bietet eine vollumfängliche System- und Produktlandschaft für den klassischen und intelligenten Messstellenbetrieb, mit modularen Lösungen entlang der kompletten Wertschöpfungskette des grundzuständigen und wettbewerblichen Messstellenbetreibers.

Wo macht eine Auslagerung noch Sinn?
Auch die Auslagerung der Gateway-Administration kann für Stadtwerke wirtschaftlicher sein, da die Anforderungen an Informationssicherheit und Datenschutz entsprechend hoch sind. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass sie durch die Beauftragung eines Dienstleisters keine eigene BSI-Zertifizierung benötigen. Um Engpässe bei der Auslieferung und Montage der neuen Zählertechnik zu vermeiden – man denke nur an den aufwändigen Bestell-, Liefer- und Inbetriebnahmeprozess der intelligenten Messsysteme – sollte auch hier auf einen externen Dienstleister zurückgegriffen werden. VOLTARIS bietet, neben dem Gerätemanagement, das Workforce-Management-System MOM an, das speziell für die Anforderungen der intelligenten Messsysteme und modernen Messeinrichtungen entwickelt wurde. Es unterstützt Monteure und Disponenten dabei, die Zähler-Montagen koordiniert durchzuführen und beinhaltet neben der Disposition auch die Erstellung der notwendigen Kundenanschreiben und die mobile Unterstützung des Montagepersonals vor Ort. Der Montageprozess kann damit von der Planung bis zur Inbetriebnahme vollständig elektronisch und qualitätsgesichert unterstützt werden.

Anwendergemeinschaft Messsystem
35 Energieversorgungsunternehmen und Netzbetreiber mit rund 1,2 Millionen Zählpunkten arbeiten mittlerweile in der VOLTARIS Anwendergemeinschaft Messsystem zusammen, um den intelligenten Messstellenbetrieb zu gestalten. In regelmäßigen Workshops geht es dabei nicht nur um Gerätetechnik, IT- Systeme und Prozesse, es werden auch Schulungen für Techniker und Monteure angeboten. Die Entwicklung von Mehrwertdiensten wie Mieterstrom, Mehrspartenauslesung und Submetering werden ebenfalls intensiv vorangetrieben und den Stadtwerke-Partnern als White Label Produkte zur Verfügung gestellt.