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MsbG-Anpassung macht Rollout wieder rechtssicher!

Seit Anfang März sorgt das Urteil über den Stopp der Einbauverpflichtung intelligenter Messsysteme (iMSys) für Diskussionen. Auch wenn der Entscheid nur für die Kläger gilt (für alle anderen Marktteilnehmer ist die Markterklärung bereits bestandskräftig geworden) verunsichert das Urteil die Branche insgesamt. Etliche Verbände und Akteure hatten in den letzten Wochen gefordert, dass Gesetzgeber und BSI zügig die entstandenen Unsicherheiten und Zweifel ausräumen.

Anpassung des Messstellenbetriebsgesetzes noch in diesem Jahr geplant

Das BMWi will nun das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) anpassen –  so schnell wie möglich und noch in diesem Jahr. Die Technischen Richtlinien (TR) sollen hinsichtlich der funktionalen Interoperabilität der Smart Meter Gateways überarbeitet und ein formales TR-Zertifizierungsverfahren soll etabliert werden.

Damit soll die Möglichkeit der sukzessiven Weiterentwicklung und gestuften Markterklärung für weitere Anwendungsfälle hin zu einem uni­versell einsetzbaren Smart Meter Gateway geschaffen werden (Stufenmodell). Die stufenweise Weiterentwicklung der Gateways und die neuen Tarifanwendungsfälle ebnen den Weg für markt- und netzdienliche digitale Mehrwertdienste.

Das BSI kündigte zudem an, dass im Sommer ein dritter Smart Meter Gateway Hersteller (nach PPC und EMH) re-zertifiziert sein soll. Die Geräte können dann über Updates alle gesetzlich vorgesehenen Mindestanforderungen erfüllen.

Dem BMWi wäre es damit in Zusammenarbeit mit den beteiligten Akteuren (u.a des BDEW und des VKU) in kurzer Zeit gelungen, die vom OVG Münster kritisierten Schwachstellen der bestehenden Regelungen auszumerzen.

Der Rollout kann wieder Fahrt aufnehmen!

Innerhalb unserer Anwendergemeinschaft arbeiten wir weiterhin an der Automatisierung und Optimierung der Prozesse, um den geplanten Anstieg der Rollout-Mengen erfolgreich und wirtschaftlich umzusetzen. 

Bestandsschutz für bereits verbaute und beschaffte Smart Meter Gateways

Die geplanten Änderungen im Detail:

  • Investitionssicherheit für einen beschleunigten stufenweisen Rollout mit sukzessiver Weiterentwicklung der Systeme für neue Anwendungsfälle
  • Verrechtlichung der bereits abgestimmten Weiterentwicklungsansätze in der BMWi/BSI-Roadmap und bei Leitlinien zur sternförmigen Kommunikation: Die Plausibilisierung und Ersatzwertbildung im Backend bzw. die Versendung von abrechnungsrelevanten Daten über das Backend des Messstellenbetreibers soll künftig als Grundsatz und nicht als Ausnahme festgelegt werden – solange eine Bearbeitung und Versendung im Gateway nicht möglich ist.
  • Bestandsschutzregelung für den Fall, dass sich die BSI-Markterklärung nachträglich als nichtig oder rechtswidrig erweist oder aufgehoben wird. Die bisher verbauten und beschafften Gateways sollen noch in diesem Jahr ein Update erhalten, so dass alle die gesetzlichen Anforderungen erfüllen.
  • Es soll klargestellt werden, dass Mindestanforderungen an das iMSys im Zusammenhang mit den technischen Systemen des Messstellenbetreibers und weiterer Berechtigter und nicht vollständig durch das Gateway selbst zu erfüllen sind.

Smart Meter Rollout gestoppt? Unsere Einschätzung

Seit Anfang März sorgt das Urteil über den Stopp der Einbauverpflichtung intelligenter Messsysteme für Diskussionen.

Wir haben uns intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt, um das Thema fachlich einzuordnen:

In der Entscheidung des OVG Münster geht es um die Rechtmäßigkeit der Markterklärung des BSI. Unabhängig des noch ausstehenden Entscheides des OVG in den fünfzig weiteren Verfahren gilt der Entscheid nur für die Kläger. Für alle anderen Marktteilnehmer – und somit für den Großteil der Messstellenbetreiber – ist die Markterklärung bereits bestandskräftig geworden.

10% Rollout-Quote gilt nach wie vor

Nichtsdestotrotz verunsichert das Urteil nun die Branche insgesamt: Wie sollen Versorger, die nicht geklagt haben, mit der Situation umgehen? Denn über den Kreis der Beschwerdeführer hinaus stellt sich nun natürlich die Frage nach der Akzeptanz der aktuellen Regularien insgesamt. Unserer Auffassung nach sind dabei ein paar wesentliche Punkte zu beachten: Nach wie vor gilt die 10%-Verpflichtung – eine Missachtung führt im schlimmsten Fall zum Verlust der Grundzuständigkeit.

Anwendergemeinschaft treibt Rollout weiter voran

An den wesentlichen Aspekten des Rollouts wird sich nichts ändern, nämlich an der grundsätzlichen Technik und vor allem an den zugehörigen Umsetzungsprozessen. Insofern ist es empfehlenswert, die Zeit weiterhin sinnvoll zu nutzen. Innerhalb unserer Anwendergemeinschaft werden wir daher mit Ihnen zusammen den Rollout wie geplant weiter vorantreiben und professionalisieren.

Wichtig für die gesamte Branche ist nun, dass Gesetzgeber und BSI zügig Unsicherheiten und Zweifel ausräumen.

Zu den weiteren Entwicklungen werden wir Sie auf dem Laufenden halten.

Wettbewerblicher Messstellenbetreiber: Ja oder nein?

Immer öfter werden wir gefragt, ob es für Stadtwerke sinnvoll ist, sich zusätzlich zum grundzuständigen Messstellenbetreiber (gMSB) auch als wettbewerblicher Messstellenbetreiber (wMSB) zu positionieren. Als Mitte 2017 die Entscheidung anstand, als gMSB für intelligente Messtechnik in ihren Netzen tätig zu bleiben, haben das fast alle Netzbetreiber getan. Das war auch gut so, denn damit behalten sie ihre Kundendaten und Prozesse in ihrer Hand. Aber sollte man dazu auch die Rolle des wMSB übernehmen?

Wir empfehlen unseren Kunden ganz klar, sich auch als wMSB zu positionieren. Warum? Die Standardleistungen innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Preisobergrenzen werden für eine wirtschaftliche Umsetzung des Smart Meter Rollouts und den finanziellen Erfolg nicht ausreichen. Die neue Messtechnik, basierend auf dem iMSys, ermöglicht viele interessante Mehrwertdienste. Und das – im Gegensatz zum gMSB – ohne Bindung an die gesetzlich vorgeschriebenen Preisobergrenzen und auch außerhalb des lokalen Netzes.

Die Herausforderung: neue Geschäftsmodelle mit dem intelligenten Messsystem

Die Herausforderung für die Stadtwerke liegt nun darin,

  • ihr Kerngeschäft, also die Versorgung mit Strom und Gas
  • die Umsetzung der neuen Prozesse im intelligenten Messwesen und
  • die Ansprüche der Kunden unter einen Hut zu bringen.

Das ist erst einmal ein Kraftakt, lohnt sich aber. Denn wenn das regionale Stadtwerk Lösungen anbietet, die den Kunden begeistern, die Lebensqualität steigern und gleichzeitig das Klima schonen, wird es im Wettbewerb bestehen können. Da die Anforderungen und Aufgaben im intelligenten Messstellenbetrieb extrem komplex sind, sollten die Stadtwerke mit kompetenten Dienstleistern zusammenarbeiten und sich regelmäßig mit Gleichgesinnten austauschen. Dass es funktioniert, sehen wir in unserer Anwendergemeinschaft, die inzwischen die ersten Messsysteme im großen gemeinsamen Feldtest verbaut.

Durch die Zusammenarbeit sind wir flexibler und schneller beim Entwickeln von attraktiven Mehrwertdiensten, die sich am Kundennutzen orientieren. Damit fängt der Rollout an, Spaß zu machen. Die Kosten für IT, Systeme und Qualifikation der Mitarbeiter sind hoch und binden viele Ressourcen. Auch das ist ein Ansporn dafür, das Gateway als hochsichere Kommunikationsinfrastruktur gewinnbringend für neue digitale Geschäftsmodelle zu nutzen. Dazu gehören Dienstleistungen rund um die Smart City, allen voran Ladeinfrastruktur für E-Autos, Gebäudemodernisierungen oder Messtechnik in Wohnungen.

Warum Submetering?

Spätestens wenn ab dem Jahr 2021 Wahlfreiheit beim Messstellenbetrieb besteht, wird sich der Markt für Messdienstleistungen grundlegend verändern. Insbesondere im Bereich Submetering wird es völlig neue Potenziale auszuschöpfen geben. Wer sich bis dahin nicht frühzeitig als wettbewerblicher Messstellenbetreiber positioniert hat, läuft Gefahr, das Feld den großen Messdienstleistern zu überlassen, die bereits jetzt um den Messstellenbetrieb konkurrieren. Die Datenbereitstellung für die Energiekostenabrechnung von größeren Liegenschaften ist ein sehr attraktiver Markt, der aktuell von wenigen Anbietern dominiert wird. Also: Legen Sie los! Wir beraten Sie gerne.

VOLTARIS intelligente Messsysteme und Messstellenbetrieb

Drittes Smart Meter Gateway vom BSI zertifiziert – der Rollout kann starten!

Was für ein wunderbares Weihnachtsgeschenk!! Gestern hat das BSI das dritte Gateway (EMH) zertifiziert. Nachdem im Vorfeld die Geräte der Hersteller PPC und Sagemcom Dr. Neuhaus zertifiziert worden sind, haben nun Gateways von drei unterschiedlichen Herstellern die BSI-Zertifizierung erhalten. Damit ist eine zentrale Anforderung aus dem Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) erfüllt und der flächendeckende Rollout intelligenter Messsysteme kann beginnen. Für die grundzuständigen Messstellenbetreiber startet der Pflicht-Rollout jedoch erst nach der Markterklärung, in der das BSI nach § 30 MsbG auf Basis einer Marktanalyse die Feststellung der technischen Möglichkeit erklärt. Wir erwarten diese Anfang 2020.

Feldtest zur Einführung der intelligenten Messsysteme

Innerhalb der Anwendergemeinschaft haben wir gemeinsam mit unseren Stadtwerke-Partnern geeignete Messlokationen ausgewählt, die als Feldtestanlagen fungieren. Anhand des Bedarfs unserer  Kunden an Smart Meter Gateways, Basiszählern und Zubehör für das Jahr 2020 werden wir nun den Beschaffungsprozess der Geräte anstoßen. Wir unterstützen unsere Kunden aber nicht nur bei der Geräteauswahl und -beschaffung, sondern bei der Umsetzung aller Prozesse des intelligenten Messstellenbetriebs wie zum Beispiel der sicheren Logistikkette. In den Projekt-Workshops Anfang Februar erarbeiten wir gemeinsam mit den Teilnehmern der Anwendergemeinschaft weitere Prozessschritte wie zum Beispiel die Mengen- und Auftragsplanung oder den Beschaffungsprozess. Dazu erhält jeder Stadtwerke-Partner ein von VOLTARIS entwickeltes Projekthandbuch mit ausführlichen Templates zur Projektdokumentation.

Qualitätssicherung im digitalen Messwesen: Was unbedingt dazu gehört

Im intelligenten Messstellenbetrieb muss Qualitätssicherung neu gedacht werden

Warum nur Zähler und Messgeräte zu prüfen bei weitem nicht mehr ausreicht.

Der Smart Meter Rollout ist ein Mammutprojekt für Stadtwerke, das kann man durchaus so sagen. Insbesondere für Netzbetreiber und die grundzuständigen Messstellenbetreiber, denn in den nächsten Jahren werden tausende Zähler gegen moderne Messeinrichtungen (mME) und intelligente Messsysteme (iMSys) getauscht. Doch die iMSys und die darauf basierenden neuen Geschäftsmodelle wie Submetering oder Internet of Things (IoT)-Konzepte erfordern eine hochkomplexe IKT-Infrastruktur, zudem muss sowohl das netzdienliche als auch das marktdienliche Steuern zuverlässig funktionieren.

Was bedeutet das? Dass es im digitalen Messwesen bei der Qualitätssicherung nicht mehr nur um geprüfte Messgeräte gehen kann. Nein, auch die Funktionalitätssicherheit von Software, Prozessen und Komponenten muss mit einbezogen werden. Ergo muss die Qualitätssicherung im digitalen Messwesen neu gedacht werden, da sie eine wichtige Voraussetzung für den wirtschaftlichen Rollout und das Gelingen der Energiewende ist.

Geräte, Systeme und Prozesse

Durch die Vielzahl der miteinander verzahnten IKT-Prozesse muss Qualitätssicherung heute vor allem auch Funktionalitätssicherheit garantieren – nur Messbeständigkeit und Messsicherheit nach dem Mess- und Eichgesetz reichen hier nicht mehr aus. Denn Qualitätssicherung hat nicht mehr nur zum Ziel, die Messgeräte möglichst lange im Netz belassen zu können, sie muss auch den möglichst fehlerfreien Betrieb der Systeme und Prozesse gewährleisten. VOLTARIS hat die vielfältigen Aspekte der Qualitätssicherung übrigens in einem umfassenden QS-Konzept gebündelt.

Für Netzbetreiber und Messstellenbetreiber beginnt die Qualitätssicherung bereits bei der Planung. Uns das gilt nicht nur für Anzahl und Spezifikation der zu beschaffenden Geräte, sondern auch für die Planung der Lager- und Montagekapazitäten. Des Weiteren ist Interoperabilität das Gebot der Stunde – die Komponenten eines iMSys müssen so standardisiert sein, dass Geräte unterschiedlicher Hersteller problemlos miteinander funktionieren können (Interoperabilität) und sich auswechseln lassen (Austauschbarkeit). Das Qualitätssiegel des FNN, der sog. Konformitätsnachweis, zeigt auf den ersten Blick, dass die Konformität des intelligenten Messsystems mit den in den FNN-Lastenheften definierten Lasten heften gegeben ist

Sichere Logistikkette der Smart Meter Gateways und Stichprobenverfahren

Auch eine sichere Lieferkette trägt zur Qualitätssicherung bei. Um den Logistikprozess der Smart Meter Gateways so sicher wie möglich zu gestalten, hat das BSI hohe Anforderungen an den sicheren Umgang mit den Gateways definiert, um Manipulationen an den Geräten und das unbemerkte Einschleusen von nicht zertifizierten Geräten in den Montageprozess zu verhindern. Die Vorgaben gelten von der Produktion des Gateways bis hin zur Montage beim Endkunden. Und last but not least spielt das neue Stichprobenverfahren zur Eichgültigkeitsverlängerung eine wichtige Rolle.

Ich habe mir zur Qualitätssicherung mal etwas mehr Gedanken gemacht und die wichtigsten Punkte in einem Fachbeitrag zusammengestellt. Darin zeige ich auch auf, wie wir als VOLTARIS die Themen angehen und wie unsere Stadtwerke-Partner davon profitieren. Der Beitrag ist Mitte November in der ew spezial Stadtwerke erschienen und hier verlinkt:  https://voltaris.de/service/publikationen/

PS: Im Feldtest zur Einführung der intelligenten Messsysteme, den wir im Januar mit unseren Kunden starten, werden wir alle dafür erforderlichen Prozesse abbilden und testen. Mehr dazu – und zu den lessons learned – demnächst hier im Blog.

Bundesministerium veröffentlicht Flyer zum Smart Meter Rollout

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt die Branche bei der Kundenkommunikation zum Smart Meter Rollout: Einer informative Broschüre beleuchtet den Zusammenhang zwischen dem Rollout und der Energiewende und die hohen Sicherheitsniveaus der Datenschutzstandards im Smart Grid. Wir finden: eine gute Sache! Die Branche hatte sich die Unterstützung des Ministeriums bei der Endkundenkommunikation sehnlichst gewünscht.

Nützliche Informationen rund um digitale Stromzähler und Smart Meter Rollout

In der Broschüre werden unter anderem die Vorteile der neuen Zählertechnik für Privathaushalte und Unternehmen beschrieben. Beleuchtet werden Fragen wie „Was ist der Unterschied zwischen einem digitalen Stromzähler und einem Smart Meter und warum brauchen wir das überhaupt?“, „Wer bekommt einen Smart Meter und wann?“, „Welche Vorteile haben Unternehmen und Privathaushalte?“ und „Wie sicher sind Smart Meter und was kosten die überhaupt?“. Darüber hinaus werden unter der Rubrik „Was Sie sonst noch wissen sollten“ häufig gestellte Fragen beantwortet, zum Beispiel, ob man sich einen Smart Meter einbauen lassen kann, obwohl man nicht von der Einbaupflicht betroffen ist (grundsätzlich ja, aber…) oder – die andere Seite der Medaille – ob man den Einbau verweigern kann (nein, da gesetzlich vorgeschrieben). Weitere Informationen gibt es auch unter www.bmwi.de/smartmeter-faq.