VOLTARIS - Integration erneuerbarer Energien

VOLTARIS forscht für die Energiewende: Was wir im DESIGNETZ lernen

Das Bundesforschungsprojekt DESIGNETZ ist das technisch bislang umfassendste Demonstrationsprojekt zur Integration erneuerbarer Energien in das Versorgungssystem. Im Projekt wird erforscht, wie intelligente Netze mit einer Einspeisung von zeitweise 100 % erneuerbarer Energien eine sichere und effiziente Energieversorgung gewährleisten und welche Konzepte und Technologien hierfür eingesetzt werden können.

In DESIGNETZ arbeiten 46 Unternehmen aus Energiewirtschaft, Industrie, Forschung und Entwicklung unter der Führung der innogy SE zusammen. In den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland wurden rund 30 Demonstrationsprojekte in ein effizientes Gesamtsystem integriert. In einem weiteren Schritt sollen Flexibilitäten über die sichere Kommunikation gesteuert werden. So lassen sich in Zukunft die steigende Erzeugung aus dezentralen Anlagen und ein steigender Verbrauch z. B. durch Elektrofahrzeuge sicher ins Netz integrieren.

Intelligente Netzsteuerung mit dezentraler Einspeisung

In DESIGNETZ übernehmen wir den Gateway-Administrations-Service und sind unter anderem in den saarländischen Demonstrator EMIL – Energienetze mit innovati­ven Lösungen – eingebunden. Hier untersuchen die Partner neue Technologien zur Stromnetzführung und zum Netzbetrieb. Geprüft wird die Kombination von innovativen Netzbetriebsmitteln, wie beispielsweise regelbaren Ortsnetztransformatoren und Automatisierungssystemen. Zudem beschäftigen sich die Partner mit Prognoseverfahren für die Einspeisung erneuerbarer Energien für die Netzzustandsbewertung und Netzplanung, dem Einsatz und der Weiterentwicklung von Werkzeugen zur Netzführung sowie dem netzdienlichen Einsatz von Sensorik, Aktorik, iMSys und Steuerboxen. Außerdem werden Maßnahmen identifiziert, um Fehlallokationen im Netzausbau zu vermeiden und Flexibilitäten zur Netzstabilität vermehrt zu nutzen.

Das Ziel: Die Schaffung einer Infrastruktur, mit der erneuerbare Energien in das Energieversorgungssystem auf der Mittelspannungs- und Niederspannungsebene besser integriert werden können. Dabei will man witterungsbedingten Schwankungen der Einspeisung sowie neuen Lastszenarien (z.B. Elektromobilität) durch die Nutzung von Flexibilitäten begegnen. 

Netzsteuerung mit intelligenten Messsystemen

In zentralen Arbeitspake­ten des Projektes übernehmen wir die die Rolle des Messstellenbetreibers für intelligente Messsysteme (iMSys), den Einbau der iMSys einschließlich der Gateway-Administration und das Messdatenmanagement. Die Pro­zesse werden in unserem eigenen BSI-konformen Produktiv­system umgesetzt. Welche Aufgaben haben wir konkret?

  • Die Erfassung und Verteilung von Netzzustandsdaten
  • Die Bereitstellung von Steuerfunktionalitäten über iMSys
  • Die Unterstützung des Netzbetriebs durch die Integration in das Netzautomatisierungssystem iNES
  • Die Ausgestaltung des BDEW-Ampelkonzepts sowie der Koordinierungsfunktion zur Interaktion zwischen Markt und Netz.

In den nächsten Monaten werden wir rund 20 weitere iMSys im Saarland in Betrieb nehmen und die Anwendung und Vernetzung der verschiedenen Komponenten weiter testen. Die im Projekt aufgebaute Produktiv-Umgebung wird dabei stetig weiterentwickelt. Die Forschungsergebnisse fließen in die Umsetzung unserer Kundenprojekte im Zuge des Smart Meter Rollouts ein, zum Beispiel das Steuern über das iMSys beim Einsatz von Flexibilitäten und der Einbindung von EEG-Anlagen. Über den weiteren spannenden Projektverlauf halten wir Sie auf dem Laufenden!

Wettbewerblicher Messstellenbetreiber: Ja oder nein?

Immer öfter werden wir gefragt, ob es für Stadtwerke sinnvoll ist, sich zusätzlich zum grundzuständigen Messstellenbetreiber (gMSB) auch als wettbewerblicher Messstellenbetreiber (wMSB) zu positionieren. Als Mitte 2017 die Entscheidung anstand, als gMSB für intelligente Messtechnik in ihren Netzen tätig zu bleiben, haben das fast alle Netzbetreiber getan. Das war auch gut so, denn damit behalten sie ihre Kundendaten und Prozesse in ihrer Hand. Aber sollte man dazu auch die Rolle des wMSB übernehmen?

Wir empfehlen unseren Kunden ganz klar, sich auch als wMSB zu positionieren. Warum? Die Standardleistungen innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Preisobergrenzen werden für eine wirtschaftliche Umsetzung des Smart Meter Rollouts und den finanziellen Erfolg nicht ausreichen. Die neue Messtechnik, basierend auf dem iMSys, ermöglicht viele interessante Mehrwertdienste. Und das – im Gegensatz zum gMSB – ohne Bindung an die gesetzlich vorgeschriebenen Preisobergrenzen und auch außerhalb des lokalen Netzes.

Die Herausforderung: neue Geschäftsmodelle mit dem intelligenten Messsystem

Die Herausforderung für die Stadtwerke liegt nun darin,

  • ihr Kerngeschäft, also die Versorgung mit Strom und Gas
  • die Umsetzung der neuen Prozesse im intelligenten Messwesen und
  • die Ansprüche der Kunden unter einen Hut zu bringen.

Das ist erst einmal ein Kraftakt, lohnt sich aber. Denn wenn das regionale Stadtwerk Lösungen anbietet, die den Kunden begeistern, die Lebensqualität steigern und gleichzeitig das Klima schonen, wird es im Wettbewerb bestehen können. Da die Anforderungen und Aufgaben im intelligenten Messstellenbetrieb extrem komplex sind, sollten die Stadtwerke mit kompetenten Dienstleistern zusammenarbeiten und sich regelmäßig mit Gleichgesinnten austauschen. Dass es funktioniert, sehen wir in unserer Anwendergemeinschaft, die inzwischen die ersten Messsysteme im großen gemeinsamen Feldtest verbaut.

Durch die Zusammenarbeit sind wir flexibler und schneller beim Entwickeln von attraktiven Mehrwertdiensten, die sich am Kundennutzen orientieren. Damit fängt der Rollout an, Spaß zu machen. Die Kosten für IT, Systeme und Qualifikation der Mitarbeiter sind hoch und binden viele Ressourcen. Auch das ist ein Ansporn dafür, das Gateway als hochsichere Kommunikationsinfrastruktur gewinnbringend für neue digitale Geschäftsmodelle zu nutzen. Dazu gehören Dienstleistungen rund um die Smart City, allen voran Ladeinfrastruktur für E-Autos, Gebäudemodernisierungen oder Messtechnik in Wohnungen.

Warum Submetering?

Spätestens wenn ab dem Jahr 2021 Wahlfreiheit beim Messstellenbetrieb besteht, wird sich der Markt für Messdienstleistungen grundlegend verändern. Insbesondere im Bereich Submetering wird es völlig neue Potenziale auszuschöpfen geben. Wer sich bis dahin nicht frühzeitig als wettbewerblicher Messstellenbetreiber positioniert hat, läuft Gefahr, das Feld den großen Messdienstleistern zu überlassen, die bereits jetzt um den Messstellenbetrieb konkurrieren. Die Datenbereitstellung für die Energiekostenabrechnung von größeren Liegenschaften ist ein sehr attraktiver Markt, der aktuell von wenigen Anbietern dominiert wird. Also: Legen Sie los! Wir beraten Sie gerne.

VOLTARIS intelligente Messsysteme und Messstellenbetrieb

Drittes Smart Meter Gateway vom BSI zertifiziert – der Rollout kann starten!

Was für ein wunderbares Weihnachtsgeschenk!! Gestern hat das BSI das dritte Gateway (EMH) zertifiziert. Nachdem im Vorfeld die Geräte der Hersteller PPC und Sagemcom Dr. Neuhaus zertifiziert worden sind, haben nun Gateways von drei unterschiedlichen Herstellern die BSI-Zertifizierung erhalten. Damit ist eine zentrale Anforderung aus dem Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) erfüllt und der flächendeckende Rollout intelligenter Messsysteme kann beginnen. Für die grundzuständigen Messstellenbetreiber startet der Pflicht-Rollout jedoch erst nach der Markterklärung, in der das BSI nach § 30 MsbG auf Basis einer Marktanalyse die Feststellung der technischen Möglichkeit erklärt. Wir erwarten diese Anfang 2020.

Feldtest zur Einführung der intelligenten Messsysteme

Innerhalb der Anwendergemeinschaft haben wir gemeinsam mit unseren Stadtwerke-Partnern geeignete Messlokationen ausgewählt, die als Feldtestanlagen fungieren. Anhand des Bedarfs unserer  Kunden an Smart Meter Gateways, Basiszählern und Zubehör für das Jahr 2020 werden wir nun den Beschaffungsprozess der Geräte anstoßen. Wir unterstützen unsere Kunden aber nicht nur bei der Geräteauswahl und -beschaffung, sondern bei der Umsetzung aller Prozesse des intelligenten Messstellenbetriebs wie zum Beispiel der sicheren Logistikkette. In den Projekt-Workshops Anfang Februar erarbeiten wir gemeinsam mit den Teilnehmern der Anwendergemeinschaft weitere Prozessschritte wie zum Beispiel die Mengen- und Auftragsplanung oder den Beschaffungsprozess. Dazu erhält jeder Stadtwerke-Partner ein von VOLTARIS entwickeltes Projekthandbuch mit ausführlichen Templates zur Projektdokumentation.

Bundesministerium veröffentlicht Flyer zum Smart Meter Rollout

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt die Branche bei der Kundenkommunikation zum Smart Meter Rollout: Einer informative Broschüre beleuchtet den Zusammenhang zwischen dem Rollout und der Energiewende und die hohen Sicherheitsniveaus der Datenschutzstandards im Smart Grid. Wir finden: eine gute Sache! Die Branche hatte sich die Unterstützung des Ministeriums bei der Endkundenkommunikation sehnlichst gewünscht.

Nützliche Informationen rund um digitale Stromzähler und Smart Meter Rollout

In der Broschüre werden unter anderem die Vorteile der neuen Zählertechnik für Privathaushalte und Unternehmen beschrieben. Beleuchtet werden Fragen wie „Was ist der Unterschied zwischen einem digitalen Stromzähler und einem Smart Meter und warum brauchen wir das überhaupt?“, „Wer bekommt einen Smart Meter und wann?“, „Welche Vorteile haben Unternehmen und Privathaushalte?“ und „Wie sicher sind Smart Meter und was kosten die überhaupt?“. Darüber hinaus werden unter der Rubrik „Was Sie sonst noch wissen sollten“ häufig gestellte Fragen beantwortet, zum Beispiel, ob man sich einen Smart Meter einbauen lassen kann, obwohl man nicht von der Einbaupflicht betroffen ist (grundsätzlich ja, aber…) oder – die andere Seite der Medaille – ob man den Einbau verweigern kann (nein, da gesetzlich vorgeschrieben). Weitere Informationen gibt es auch unter www.bmwi.de/smartmeter-faq.

 

 

Smart Meter Rollout - Dienstleistungen für Stadtwerke und Messstellenbetreiber

Smart Meter Rollout: Sind die Stadtwerke startklar?

Der Rollout der intelligenten Messsysteme nimmt Fahrt auf. Seitdem das erste Smart Meter Gateway durch das BSI zertifiziert wurde, ist die Einführung der iMSys auch auf der Agenda der Stadtwerken nach oben gerutscht, trotz aller bisherigen Verzögerungen. Kommen die weiteren Zertifizierungen zu den metering days im Oktober? Man weiß es nicht… Auf jeden Fall gilt es jetzt, neben dem Tagesgeschäft die Systeme und Prozesse fit für den Rollout zu machen. Und – um den wirtschaftlichen Erfolg des Rollouts zu sichern – attraktive Mehrwertdienste mit hohem Kundennutzen zu entwickeln. Sind die Stadtwerke startklar?

Zusammenarbeit mit kompetenten Dienstleistern
Bei der Menge an komplexen Aufgaben, die sich aus dem Messstellenbetriebsgesetz ergeben, empfehlen wir eine Zusammenarbeit mit kompetenten Dienstleistern. Hier muss jedes Stadtwerk überlegen, welche Dienstleistungen es selbst erbringen und welche es auslagern möchte. Da die Anforderungen an IT-Systeme, Montage und Logistik eher komplex und innerhalb knapp bemessener Preisobergrenzen zu erfüllen sind, ist es gerade für kleine und mittlere Stadtwerke sinnvoll, diese Dienstleistungen extern zu vergeben. VOLTARIS bietet eine vollumfängliche System- und Produktlandschaft für den klassischen und intelligenten Messstellenbetrieb, mit modularen Lösungen entlang der kompletten Wertschöpfungskette des grundzuständigen und wettbewerblichen Messstellenbetreibers.

Wo macht eine Auslagerung noch Sinn?
Auch die Auslagerung der Gateway-Administration kann für Stadtwerke wirtschaftlicher sein, da die Anforderungen an Informationssicherheit und Datenschutz entsprechend hoch sind. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass sie durch die Beauftragung eines Dienstleisters keine eigene BSI-Zertifizierung benötigen. Um Engpässe bei der Auslieferung und Montage der neuen Zählertechnik zu vermeiden – man denke nur an den aufwändigen Bestell-, Liefer- und Inbetriebnahmeprozess der intelligenten Messsysteme – sollte auch hier auf einen externen Dienstleister zurückgegriffen werden. VOLTARIS bietet, neben dem Gerätemanagement, das Workforce-Management-System MOM an, das speziell für die Anforderungen der intelligenten Messsysteme und modernen Messeinrichtungen entwickelt wurde. Es unterstützt Monteure und Disponenten dabei, die Zähler-Montagen koordiniert durchzuführen und beinhaltet neben der Disposition auch die Erstellung der notwendigen Kundenanschreiben und die mobile Unterstützung des Montagepersonals vor Ort. Der Montageprozess kann damit von der Planung bis zur Inbetriebnahme vollständig elektronisch und qualitätsgesichert unterstützt werden.

Anwendergemeinschaft Messsystem
35 Energieversorgungsunternehmen und Netzbetreiber mit rund 1,2 Millionen Zählpunkten arbeiten mittlerweile in der VOLTARIS Anwendergemeinschaft Messsystem zusammen, um den intelligenten Messstellenbetrieb zu gestalten. In regelmäßigen Workshops geht es dabei nicht nur um Gerätetechnik, IT- Systeme und Prozesse, es werden auch Schulungen für Techniker und Monteure angeboten. Die Entwicklung von Mehrwertdiensten wie Mieterstrom, Mehrspartenauslesung und Submetering werden ebenfalls intensiv vorangetrieben und den Stadtwerke-Partnern als White Label Produkte zur Verfügung gestellt.

Die intelligenten Messsyteme sind Bausteine der Energiewende und ermöglichen eine effiziente Ladeinfrastruktur für Elektromobilität.

„Mein Elektroauto kommuniziert noch gar nicht mit dem Gateway“!?

Anfang 2017, Umfrage bei Passanten: „Smart Meter, ist das ein Auto?“

Anfang 2020, Anruf beim Energieversorger: „Mein Elektroauto kommuniziert noch gar nicht mit dem Smart Meter Gateway. Ich will doch aber wissen, wie viel Strom ich beim Fahren verbraucht habe!“

Sie sehen, die Digitalisierung wird die Branche vehement beleben. Der Kunde wird immer mehr zum aktiven Player im Energiemarkt. 2019 ist spannend und richtungsweisend: Der Smart Meter Rollout startet voraussichtlich im Herbst und ermöglicht interessante Mehrwertdienste. Energieversorger werden zu Energiedienstleistern, die Produkte mit Lösungen bündeln müssen, um im Wettbewerb die Nase vorn zu behalten. Nur mit dem Messstellenbetrieb allein lässt sich kein Geld verdienen.

Der Startschuss für den Rollout fällt – und wir haben viel vor!

Unsere Anwendergemeinschaft startet  demnächst den gemeinsamen Feldtest der intelligenten Messsysteme, der einen fließenden Übergang in den operativen Rollout ermöglicht – ohne separate Implementierungsprojekte. Derzeit werden die Betriebsprozesse für das intelligente Messwesen gestaltet, zum Beispiel das Montagekonzept. Die Anbindung der ERP-Systeme erfolgt in nach Herstellern geclusterten Arbeitsgruppen. In diesen setzen wir gemeinsam die unterschiedlichsten Schnittstellen zu Branchenlösungen um, z.B. SAP, SIV, Schleupen, Wilken und Neutrasoft. So können die Mitglieder von optimalen Skalen- und Synergieeffekten profitieren. Damit sind dann auch die technischen und prozessualen Grundlagen für die neuen Lösungen gelegt, die dem Kunden nutzen und die Energiewende nach vorne bringen.

Mehrwertdienste sind der Schlüssel zur Kundenbindung und – gewinnung.

Und genau darauf legen wir den Fokus: Die Entwicklung von Mehrwertdiensten wie Mehrspartenauslesung und Submetering (die verbrauchsabhängige Messung und Abrechnung von Wasser- und Heizkosten) werden wir intensiv vorantreiben und unseren Stadtwerke-Partnern als White Label Produkte anbieten. Wir begleiten unsere Kunden – mehr als 35 Netzbetreiber und Stadtwerke mit 1,2 Millionen  Zählpunkten  – während des gesamten Smart Meter Rollouts. In den regelmäßigen Workshops geht es dabei nicht nur um Schnittstellen, Systeme und Prozesse, es werden auch praxisorientierte Schulungen für Meister und Monteure angeboten. Als Teilnehmer profitieren Sie von praxisnahen Services, Mehrwertleistungen und modularen Angeboten.

Sehen Sie dem Rollout also rundum sorglos entgegen – mit uns als Full Service Dienstleister. Sie sind noch kein Teil unserer Anwendergemeinschaft? Interessierte Stadtwerke und Netzbetreiber können sich noch anschließen! Rufen Sie mich gerne an.

VOLTARIS intelligentes Messwesen

Wer kriegt das 450 MHz-Funknetz?

Die Herausforderung:
Immer mehr dezentrale Erzeuger und Speicher müssen sicher in das Stromnetz eingebunden, überwacht und gesteuert werden. Die dezentralen Anlagen müssen günstig, sicher, zuverlässig und flächendeckend kommunizieren. Dafür braucht es zuverlässige Kommunikationskanäle, die alle dezentral verteilten Komponenten erreichen – insbesondere bei erschwerten Bedingungen, z.B. in ländlichen Netzgebieten oder Kellerräumen.

Die aktuelle Situation:
Heute können die energiewirtschaftlichen Anforderungen nur beschränkt von den bisher verfügbaren Kommunikationsinfrastrukturen, wie beispielsweise dem öffentlichen Mobilfunk, erfüllt werden. Wir brauchen dringend Alternativen, vor allem in Hinblick auf den Smart Meter Rollout.

Die Lösung:
Das Funknetz im Frequenzbereich 450 MHz wäre die geeignete Kommunikationstechnik für das Energieinformationsnetz. Es bietet im Vergleich zu anderen Funknetzen eine bessere Gebäudedurchdringung und verfügt über eine größere Reichweite. Damit ist es die ideale Lösung, denn es erreicht auch Keller oder entlegenere Regionen. Wenn die 450-MHz-Technologie für energiewirtschaftliche Zwecke betrieben würde, könnten in dem dezidierten Netz einzelne Anwendungen priorisiert und spezifische Sicherheitsmechanismen eingesetzt werden.

 Die Vorteile:

  • Kein Konflikt mit den kommerziell genutzten Funknetzen für Massenanwendungen
  • Nutzung für den Betriebsfunk von Netzbetreibern, die im Krisenfall den Netzwiederaufbau organisieren
  • Hohe Ausbreitung, Ausfallsicherheit, Reichweite und Gebäudedurchdringung
  • Eignung als WAN-Verbindung für intelligente Messsysteme oder für verteilte Netzmanagementsysteme auch in ländlichen Regionen, die wesentlich zu Netzstabilität und Versorgungssicherheit beiträgt
  • Relativ geringe Investitionskosten, da mit wenigen Antennenstandorten eine große Abdeckung gegeben wäre

Als Gateway-Administrator würden wir die flächendeckende 450 MHz-Kommunikationsinfrastruktur sehr begrüßen. Und wir testen sie auch schon: Im SINETG-Projekt DESIGNETZ, in dem wir in zwei Teilvorhaben für den Einbau und den Betrieb der intelligenten Messsysteme zuständig sind, ist bereits ein Teststand für das 450 MHz-Funknetz installiert und produktiv.

Es bleibt spannend und abzuwarten, an wen die Bundesnetzagentur das 450 MHz Funknetz vergeben wird.

Roadmap, Barometer, Marktanalyse: Was heißt das für den Rollout?

Gleich drei wichtige Veröffentlichungen, die im Zusammenhang mit dem Smart Meter Rollout stehen, beschäftigen derzeit die Branche: Ende Januar wurde die BMWi-BSI Roadmap veröffentlicht, dicht gefolgt vom Barometer Digitalisierung und der BSI-Marktanalyse.

Gateway als zentrale Kommunikationsplattform

Was bedeutet das konkret für den Rollout-Start? Generell bestätigen die Veröffentlichungen, was sich in der Vergangenheit bereits abgezeichnet hat: eine klare Orientierung zum Gateway als zentrale Kommunikationsplattform für Messdaten aller Verbrauchergruppen. Im Dezember ist das erste Gateway (Hersteller PPC) vom BSI zertifiziert worden. Zu weiteren Zertifizierungen und damit der Feststellung der technischen Möglichkeit des Rollout-Starts macht die Marktanalyse keine eindeutigen Aussagen. Die Verzögerung der weiteren Zertifizierungen liegt an der nun verpflichtenden Funktionalität des TAF 2, der die zeitvariablen Tarife betrifft. Auf dessen Implementierung in den G1-Gateways hatten sich nicht alle Hersteller festgelegt. Den TAF 2 verpflichtend umzusetzen erachten wir als sinnvoll, da somit eine wichtige Funktionalität der Geräte sichergestellt wird. Wir gehen davon aus, dass in den nächsten Monaten weitere Gateways die Zertifizierung erhalten werden und der Rollout starten kann.

VOLTARIS Anwendergemeinschaft Messsystem als starkes Netzwerk

Unabhängig von der Tatsache, dass drei zertifizierte Gateways zur Verfügung stehen müssen, kann der wMSB schon jetzt mit Angeboten an die Endkunden beginnen. Wir denken, dass dadurch eine ähnliche Marktdynamik wie beim Start des Rollouts durch den gMSB erzeugt wird. Deshalb werden wir unsere geplanten Feldtests und Projekte in unserer Anwendergemeinschaft auf jeden Fall starten. Wir betreuen mittlerweile ein stabiles regionales Kundennetzwerk mit 1,2 Millionen Zählpunkten und werden uns nun mit unseren Kunden zusammen auf die Feldtests, die Umsetzungsprojekte und die Entwicklung von Mehrwertdiensten im Submetering konzentrieren. Übrigens: Auch den Herausforderungen durch die sichere Logistikkette können unsere Kunden gelassen entgegen sehen. Wir folgen zunächst dem von PPC vorgestellten Konzept und werden für die Mitglieder der Anwendergemeinschaft entsprechende Schulungen anbieten.

Für die schnittstellenarme, sichere Integration der neuen Prozesse hat VOLTARIS ein schlankes, mehrmandantenfähiges Frontend entwickelt

Webbasiertes Frontend vereinfacht Prozesse und Schnittstellen

Wir stehen alle in den Startlöchern, was den Smart Meter Rollout angeht. Vor allem Stadtwerke haben sich akribisch auf den Tag X vorbereitet, denn gerade sie stehen vor großen Herausforderungen. Als wären Abrechnungssystem und Energiedatenmanagement nicht genug, nein, jetzt muss auch die Smart Meter Gateway-Administration in die IT-Landschaft integriert werden. Denn die automatisierte Prozessabwicklung und Systemintegration ist – neben der Abbildung der neuen Prozesse – Voraussetzung für neue Geschäftsmodelle wie monatliche Abrechnungen oder zeit- und lastvariable Tarife.

Praktische Lösung: Frontend
Mit dem Frontend bieten wir ein innovatives Onlineportal an, über das Stadtwerke-Kunden die Stammdaten, die sie für die Inbetriebnahme der intelligenten Messsysteme benötigen, an den Gateway-Administrator (also VOLTARIS) übermitteln können. Die Dateneingabe stößt die Prozesse der Inbetriebnahme automatisch an und steuert Folgeprozesse zu externen Markteilnehmern und zum Gateway-Administrator. Echt praktisch! Und um sicher zu gehen, dass die Inbetriebnahme geklappt hat, erfolgt eine Rückmeldung. Das ist besonders für kleinere und mittlere Stadtwerke interessant, die so nicht noch extra ein aufwändiges Schnittstellenprojekt aufsetzen müssen.

Doch das ist noch nicht alles
Das Frontend steuert auch Entstörungsprozesse: Der Gateway-Administrator (also wieder VOLTARIS) erkennt automatisch, wenn es Unstimmigkeiten im laufenden Betrieb gibt und informiert die Kunden. So können Störungen schnell behoben werden. Präsentiert haben wir das benutzerfreundliche Frontend erstmals im Workshop der Anwendergemeinschaft „Mehrwertdienste, Technik und Implementierung“ am 6. Dezember in Kaiserslautern. Bei den kommenden Feldtests werden wir das Frontend einsetzen.