BSI hebt Smart Meter Allgemeinverfügung auf. Und jetzt?

Die Meldung kommt nicht überraschend: Das BSI hat die Allgemeinverfügung vom 7.2.2020 aufgehoben. Die Verpflichtung zum Einbau intelligenter Messsysteme ist damit bis zur Veröffentlichung einer neuen Markterklärung ausgesetzt worden und die 10%-Pflichteinbau-Quote bis Februar 2023 entfällt.

Dennoch empfehlen wir auch weiterhin, den Einbau der Messsysteme fortzuführen, um dabei die Prozesse des intelligenten Messstellenbetriebs weiter zu erproben und zu verbessern. Denn: An der grundsätzlichen Gesetzeslage zum Rollout nach dem Messstellenbetriebsgesetz hat sich bisher nichts geändert, lediglich der neue Startzeitpunkt für den verpflichtenden Rollout ist unklar.

Turbo für den Rollout?

Zudem gehen wir davon aus, dass mit der neuen Markterklärung weitere Fallgruppen für den Rollout freigegeben werden, wie die Verpflichtung zum Messsystem-Einbau bei EEG-Anlagen.  Kommt es in Kürze dazu, sollten die Messstellenbetreiber die Rollout-Prozesse unbedingt beherrschen!

Von der Ausbildung zur Anstellung: Azubis berichten

Unser Kollege Yusuf hat seine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik erfolgreich abgeschlossen und wurde in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen. Diesen Ausbildungsgang bieten wir in Zusammenarbeit mit unseren Muttergesellschaften an: Mit der Pfalzwerke AG für den Standort Maxdorf sowie der  VSE AG für den Standort Merzig.

Wir freuen uns sehr, dass Yusuf nun unser Team Zählerdienstleistungen verstärkt. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen bringt er den Rollout der modernen Messeirichtungen und intelligenten Messsysteme voran!

Wir haben ihm ein paar Fragen zu seiner Ausbildung gestellt.

Yusuf, was hat dir während deiner Ausbildungszeit besonders gut gefallen?

Besonders gut gefallen haben mir während der Ausbildung die Lehrgänge im Bildungszentrum der Pfalzwerke AG. Bei diesen konnten wir meist die Theorie in die Praxis umsetzen. In der lehrgangsfreien Zeit hatte ich auch viel Freude daran, meine Kollegen im Außendienst zu begleiten.

Was sind deine Aufgaben und worauf freust du dich besonders?

Als Elektroniker für Betriebstechnik bin ich im Außendienst tätig. Endlich kann die Fähigkeiten, die ich mir in der Ausbildungszeit angeeignet habe, zum Einsatz bringen! Darüber bin ich sehr froh. Als Außendienstmitarbeiter arbeitet man die meiste Zeit eigenverantwortlich. Aber ich habe trotzdem viel Kontakt zu den Kollegen und stehe oft im Austausch mit ihnen. Das gefällt mir sehr gut.

Aktuell ist die Installation der intelligenten Messsysteme ein zentrales Thema, mit dem ich mich sehr gerne beschäftige. Hier möchte ich mein Wissen weiter ausbauen.

Welche Tipps würdest du den neuen Auszubildenden mit auf den Weg geben?

Als Auszubildender kommt man oft an einen Punkt, an dem man die ein oder andere Frage hat. Da sollte man sich bloß nicht zurückhalten, sondern Unsicherheiten direkt ansprechen. Die Ausbilder und Kollegen haben immer ein offenes Ohr und nehmen sich gerne die Zeit.

 

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Smart Meter Rollout: Wie können kleine und mittlere Stadtwerke jetzt durchstarten?

Der Smart Meter Rollout ist eine Mammutaufgabe. Das beginnt bereits bei der Rolloutplanung und  dem aufwändigen Bestellprozess der Smart Meter Gateways gemäß elektronischem Bestell- und Lieferschein. Die Montage und Inbetriebnahme der Messsysteme unter Beachtung der sicheren Lieferkette erfordert von den Servicetechnikern das entsprechende IT-Know-how. Und dann ist noch die Anbindung des Gateway-Administrations-Systems an das ERP-System der Stadtwerke zu bewältigen. Die Umsetzung dieser komplexen und zwischenzeitlich zeitkritischen Prozesse ist für viele nicht in Eigenregie machbar.

Komplettlösung für den Smart Meter Rollout

Wir kennen die Prozesse des intelligenten Messstellenbetriebs mittlerweile sehr gut und wissen, wo „der Schuh drückt“. Daher bieten wir mit unserem Leistungspaket an gMSB Basis eine Komplettlösung an. Mit diesem unterstützen wir die Stadtwerke entlang der kompletten Prozesskette, so dass sie sofort mit dem Rollout starten können. Unsere vollintegrierte Systemwelt beinhaltet alle Kernelemente der neuen Marktrollen und den kompletten Prozessbetrieb.

Schulungen und Austausch in der Anwendergemeinschaft

Einen besonderen Mehrwert bieten wir mit der Teilnahme an unserer Anwendergemeinschaft Messsystem, in der mittlerweile über 40 Stadtwerke-Partner zusammenarbeiten, um den Rollout fristgemäß, optimiert und wirtschaftlich umzusetzen. In Workshops werden konkrete Betriebsmodelle und Prozesse gemeinsam abgestimmt. Die Montage der Feldtestanlagen übernehmen wir mit eigenem, geschultem Personal im Beisein der Fachkräfte des Kunden. Bei den weiteren Einbauten unterstützen wir telefonisch oder per Hybrid-Workshop. Regelmäßige Schulungen zu berechtigten Personen der sicheren Lieferkette finden derzeit online statt.

Beschaffung von intelligenten Messsystemen und Schnittstellenanbindung

Durch frühzeitige und ausgereifte Beschaffungsprozesse haben wir die aktuellen Lieferengpässe der Zählertechnik am Markt weitestgehend vermeiden können. Für die Schnittstellenanbindung bieten wir sowohl die teilautomatisierte Integration über ein Webfrontend als auch die vollautomatisierte Systemintegration an. Unser individuelles Prozess-und Projektvorgehen hat sich bereits vielfach bewährt. Das zeigt, dass der Rollout mit all seinen komplexen Prozessen auch für kleinere und mittlere Stadtwerke reibungslos umzusetzen ist und so die 10%-Einbauquote bis Ende Februar 2023 erreicht werden kann.

 

 

Warum die Beschaffung von Zählern und Smart Meter Gateways stockt

Die Digitalisierung der Energiewende und der daraus resultierende Smart Meter Rollout stellt Stadtwerke und Netzbetreiber vor große Herausforderungen. Innerhalb der kommenden zehn Jahre werden Millionen Zähler gegen moderne Messeinrichtungen (mME) und intelligente Messsysteme (iMSys) getauscht. Die Komplexität der Technologien und Prozesse ist enorm gestiegen. Jetzt, wo der Smart Meter Rollout Fahrt aufnimmt, steigt der Bedarf an mME und Basiszählern rasant an. Und auch die Verfügbarkeit der Smart Meter Gateways muss bei der Planung berücksichtiget werden.

Lieferengpässe verzögern den Smart Meter Rollout

Die derzeitigen globalen Lieferengpässe in der Chip- und Halbleiterindustrie resultieren aus dem Zusammenspiel vieler Faktoren: Während des ersten Lockdowns aufgrund der Pandemie standen die Produktionsstätten mehrfach still. Parallel hat der von Corona befeuerte Digitalisierungsschub zu einer verstärkten Nachfrage geführt. Auch der zunehmende Chip-Bedarf für das Mining von Kryptowährungen beeinflusst den Markt, und für Elektrofahrzeuge werden ebenfalls immer mehr elektronische Bauteile wie Chips, Sensoren oder Prozessoren benötigt. Die daraus resultierenden Lieferengpässe sorgen sowohl bei den Zählerherstellern als auch bei den Netzbetreibern für einen eingeschränkten Betriebsablauf und können höhere Einkaufspreise, längere Wartezeiten, einen höheren Aufwand bei der Qualitätssicherung und einen größeren Planungsaufwand mit sich bringen.

Aufgepasst bei der Qualität der Zähler und Messeinrichtungen!

Die Zähler und Messeinrichtungen unterscheiden sich nicht nur in ihrer Handhabung, sondern auch in ihrer Qualität. Etablierte Hersteller liefern qualitativ gute Geräte. Neue Marktplayer müssen an das Qualitätsniveau oftmals erst herankommen, gewähren aber attraktive Preise. Wir unterstützen die Stadtwerke und Netzbetreiber zuverlässig bei der Gerätebeschaffung. Wir bieten ein umfassendes herstellerunabhängiges Gerätesortiment beraten bei der Geräteauswahl, der Beschaffung und der notwendigen Erfüllung aus den eichrechtlichen Anforderungen. Und das in gleich drei eigenen, staatlich anerkannten Prüfstellen. Durch die Mitarbeit in den relevanten Gremien und Verbänden wie dem Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) sowie der Agentur für Messwertqualität und Innovation (ami) sind die Mitarbeitenden stets auf dem neuesten Stand der Zähl- und Messtechnik.

Werden Sie wettbewerblicher Messstellenbetreiber!

Durch die Digitalisierung der Energiewende entsteht für wettbewerbliche Unternehmen ein riesiges Potenzial an Messdienstleistungen. Denn Mehrwertdienste mit dem intelligenten Messsystem und smarte Energiekonzepte sind auf dem Vormarsch. Zu diesen zählen zum Beispiel Mieterstrom, Quartierstromkonzepte, Elektromobilität und Lösungen für die Smart City.

Für Stadtwerke – auch für kleinere –  wird es sich in jedem Fall lohnen, neben der Rolle des grundzuständigen auch den wettbewerblichen Messstellenbetrieb auszuprägen. Die Smart Meter Gateway-Infrastruktur ist ja sowieso vorhanden und kann für interessante neue Produkte genutzt werden. Und die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Sie sind flexibel und unabhängig bei der Umrüstung der Messstellen
  • Sie können interessante Kundengruppen bedienen: bundesweit agierende Filialisten, Wohnungswirtschaft oder produzierende Unternehmen mit Untermessungen
  • Mit Ihren innovative Zusatzleistungen binden Sie Ihre Kunden und gewinnen neue hinzu
  • Sie erweitern Ihr Portfolio mit digitalen Geschäftsmodellen und IoT-Lösungen

Wettbewerblicher Messstellenbetreiber werden

Doch welche Voraussetzungen muss ein Stadtwerk erfüllen, um sich auf dem Markt als  – wMSB – zu positionieren?

Zunächst ist der wMSB eine weitgehend regulierungsfreie Marktrolle – es bestehen keine Genehmigungs-, Antrags- oder Anzeigepflichten, wie man sie von grundzuständigen Messstellenbetreiber, Netzbetrieb oder der Belieferung von Haushaltskunden kennt. Jedoch gelten auch für den wMSB die Qualifikationserfordernisse nach dem Messstellenbetreiberrahmenvertrag sowie die Regelungen des einwandfreien Messstellenbetriebs nach §3 Abs. 2 MsbG. Dazu gehören insbesondere der Einbau, der Betrieb und die Wartung der Messstelle, die Messwertaufbereitung, die form- und fristgerechte Datenübertragung und der technische Betrieb der Messstelle.

Außerdem muss der wMSB über eine Marktpartneridentifikationsnummer verfügen – diese wird bei der BDEW Codevergabestelle beantragt. Darüber hinaus sind auch die entflechtungsrechtlichen Vorgaben des MsbG und die regulatorischen Vorgaben der Bundesnetzagentur zu beachten.

VOLTARIS unterstützt Sie auf Ihrem Weg zum wMSB mit allen Leistungen entlang der gesamten Prozesskette: vom Messdatenmanagement über die Gateway-Administration bis hin zu Mehrwertdiensten als White-Label-Produkte.  Wir beraten Sie gerne und freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

 

MsbG-Anpassung macht Rollout wieder rechtssicher!

Seit Anfang März sorgt das Urteil über den Stopp der Einbauverpflichtung intelligenter Messsysteme (iMSys) für Diskussionen. Auch wenn der Entscheid nur für die Kläger gilt (für alle anderen Marktteilnehmer ist die Markterklärung bereits bestandskräftig geworden) verunsichert das Urteil die Branche insgesamt. Etliche Verbände und Akteure hatten in den letzten Wochen gefordert, dass Gesetzgeber und BSI zügig die entstandenen Unsicherheiten und Zweifel ausräumen.

Anpassung des Messstellenbetriebsgesetzes noch in diesem Jahr geplant

Das BMWi will nun das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) anpassen –  so schnell wie möglich und noch in diesem Jahr. Die Technischen Richtlinien (TR) sollen hinsichtlich der funktionalen Interoperabilität der Smart Meter Gateways überarbeitet und ein formales TR-Zertifizierungsverfahren soll etabliert werden.

Damit soll die Möglichkeit der sukzessiven Weiterentwicklung und gestuften Markterklärung für weitere Anwendungsfälle hin zu einem uni­versell einsetzbaren Smart Meter Gateway geschaffen werden (Stufenmodell). Die stufenweise Weiterentwicklung der Gateways und die neuen Tarifanwendungsfälle ebnen den Weg für markt- und netzdienliche digitale Mehrwertdienste.

Das BSI kündigte zudem an, dass im Sommer ein dritter Smart Meter Gateway Hersteller (nach PPC und EMH) re-zertifiziert sein soll. Die Geräte können dann über Updates alle gesetzlich vorgesehenen Mindestanforderungen erfüllen.

Dem BMWi wäre es damit in Zusammenarbeit mit den beteiligten Akteuren (u.a des BDEW und des VKU) in kurzer Zeit gelungen, die vom OVG Münster kritisierten Schwachstellen der bestehenden Regelungen auszumerzen.

Der Rollout kann wieder Fahrt aufnehmen!

Innerhalb unserer Anwendergemeinschaft arbeiten wir weiterhin an der Automatisierung und Optimierung der Prozesse, um den geplanten Anstieg der Rollout-Mengen erfolgreich und wirtschaftlich umzusetzen. 

Bestandsschutz für bereits verbaute und beschaffte Smart Meter Gateways

Die geplanten Änderungen im Detail:

  • Investitionssicherheit für einen beschleunigten stufenweisen Rollout mit sukzessiver Weiterentwicklung der Systeme für neue Anwendungsfälle
  • Verrechtlichung der bereits abgestimmten Weiterentwicklungsansätze in der BMWi/BSI-Roadmap und bei Leitlinien zur sternförmigen Kommunikation: Die Plausibilisierung und Ersatzwertbildung im Backend bzw. die Versendung von abrechnungsrelevanten Daten über das Backend des Messstellenbetreibers soll künftig als Grundsatz und nicht als Ausnahme festgelegt werden – solange eine Bearbeitung und Versendung im Gateway nicht möglich ist.
  • Bestandsschutzregelung für den Fall, dass sich die BSI-Markterklärung nachträglich als nichtig oder rechtswidrig erweist oder aufgehoben wird. Die bisher verbauten und beschafften Gateways sollen noch in diesem Jahr ein Update erhalten, so dass alle die gesetzlichen Anforderungen erfüllen.
  • Es soll klargestellt werden, dass Mindestanforderungen an das iMSys im Zusammenhang mit den technischen Systemen des Messstellenbetreibers und weiterer Berechtigter und nicht vollständig durch das Gateway selbst zu erfüllen sind.
Standardleistungsverzeichnis SLV des BEMD - VOLTARIS GmbH

Das Standardleistungsverzeichnis 2.0 ist da!

Grundlage für Ausschreibungen, Angebote und Vergabeprozesse:

Der Bundesverband der Energiemarktdienstleister e.V. (BEMD) hat ein umfassendes Standardleistungsverzeichnis (SLV) erarbeitet. Es stellt eine einheitliche und damit faire Grundlage für Produkte und Dienstleistungen dar und ist hilfreich bei Ausschreibungen, Angeboten und Vergabeprozessen. Das Verzeichnis kann von allen Marktteilnehmern genutzt werden: Von ausschreibenden und vergebenden Energieversorgern, Stadtwerken und Dienstleistern genauso wie von Instituten und Beratern.

VOLTARIS bringt Know-how in Version 2.0 ein

Die BEMD Arbeitsgruppe SLV, darunter auch Mitarbeiter der VOLTARIS, hat das Verzeichnis über die Prozesse „Meter-to-Cash“ nun in einer Version 2.0 aktualisiert, ergänzt und erweitert. Das SLV 2.0 stellt für alle drei Marktrollen (Netzbetreiber, Lieferant und Messstellenbetreiber) sowohl die marktrollenspezifischen als auch die übergreifenden Prozesse dar. Zudem bietet es ein „Big Picture“, das auch die Schnittstellen sowie Leistungen und Prozesse über das Standardleistungsverzeichnis hinaus enthält.

Neues Webtool verfügbar

Ab sofort steht das Webtool SLV 2.0 auf der Website des BEMD zur Verfügung. In diesem kann interaktiv in die Hauptprozesse, deren Unterprozesse und dann bis auf die Einzelprozessebene geklickt werden. Zum SLV ist auch eine ausführliche Broschüre erhältlich, die hier angefordert werden kann.

Was ist und macht der BEMD?

Der BEMD hat drei Tätigkeitsschwerpunkte: Er ist

  • Forum für Energiemarktdienstleister
  • Informationsplattform für den Markt und
  • Interessenvertreter für Energiemarktdienstleistungen.

Die Mitgliedsunternehmen, darunter auch VOLTARIS, setzen sich zusammen aus Unternehmen des Abrechnungs- und Zählerwesens, Forderungsmanagern, IT-Dienstleistern sowie Messstellenbetreibern und Messdienstleistern.

Knackpunkt Mobilfunkanbindung beim Einbau intelligenter Messsysteme

Der Rollout der intelligenten Messsysteme (iMSys) läuft und die ersten Einbauten innerhalb unserer Anwendergemeinschaft sind erfolgreich verlaufen. Bisher ist die Qualität der Messdaten gut bis sehr gut. Die größte Herausforderung liegt nach wie vor in der Mobilfunkanbindung: Vier von fünf Störungen lassen sich auf zu schlechten Empfang zurückführen. Aber warum ist das so? Die Geräte haben SIM-Karten und werden vor Ort über Mobilfunk angebunden und parametriert. Wenn der Mobilfunkempfang am Einbauort des iMSys schlecht ist, kann es im Initialisierungsprozess zu Verzögerungen kommen. Im Idealfall dauert es etwa 60 Minuten, bis alle Profile aufgespielt sind und das Gateway im Produktivmodus arbeitet. Das kann je nach Verbindung dann auch schon mal einige Stunden dauern. Oder die Verbindung ist insgesamt instabil. Das ist natürlich nicht akzeptabel.

Maßnahmenpaket für die Mobilfunkanwendung von Smart Meter Gateways

Um die Monteure vor Ort zu unterstützen, haben wir ein komplettes Maßnahmenpaket für die Mobilfunkanwendung entwickelt. Vor der Installation bieten wir eine Abfrage der Providerdaten für die Anschlussobjekte an, um die Feldstärke am Haus festzustellen. Für Gateways, die im Keller verbaut werden, gibt es typische Abschlagswerte. Es kann aber sein, wenn man sich die Situation vor Ort anschaut, dass der Kellerraum noch stärker abgeschirmt ist, als gedacht. Dann muss man vielleicht eine Antenne ans Fenster legen oder gleich nach Möglichkeit auf eine andere Technologie ausweichen. Wir testen weitere WAN-Alternativen, z.B. die Anbindung von Gateways im 450 MHz-Funknetz.

Hoffnungsträger 450-MHz-Netz

Das 450-MHz-Netz (lesen Sie im Positionspapier des VKU/BDEW mehr dazu) ist sehr wichtig für die Energiewirtschaft. Nicht nur als Kommunikationsnetz in Krisenfällen, sondern eben auch für die Datenübertragung im intelligenten Messwesen. Damit kann man auch Gateways an Orten in Liegenschaften anbinden, die man mit herkömmlicher Mobilfunkanbindung nicht erreichen würde. Im Rahmen von Designetz haben wir in zwei Demonstrator-Gebieten im Saarland bereits Gateways für das 450-MHz-Netz verbaut. Im Moment ist es noch zu früh, über Erfahrungswerte zu sprechen – das holen wir zu gegebener Zeit nach.

Spezielle Gateways, Pegelmessung und Antennentechnik

Weiterhin verwenden wir im Bedarfsfall spezielle LTE Smart Meter Gateways mit 2G/3G-Fallback. Auch die Pegelmessung vor Ort spielt eine wichtige Rolle. Gemessen werden sollte zwei Mal: Einmal vor dem Gebäude und einmal im Zählerschrank. Die Prüfung vor dem Gebäude bestimmt, ob vor Ort überhaupt ein ausreichender Empfang gegeben ist. Diese Messung kann auch zum Vergleich mit den Providerdaten herangezogen werden. Die zweite Prüfung erfolgt über die Einbauantenne am Zählerschrank. Anhand dieser entscheidet der Monteur, ob der Einbau durchgeführt werden soll oder nicht. Um sicher zu gehen, sollte er auch eine Empfangsprüfung in einem geschlossenen Zählerschrank durchführen. Auch die Auswahl der geeigneten Antenne spielt eine große Rolle. Grundsätzlich sind alle drei Antennenarten (Hutschienenantenne, multifunktionelle Antenne und Rundstrahlantenne) LTE- bzw. GPRS-fähig. Letztendlich entscheidet der Monteur vor Ort anhand eines speziellen Netzscanners, welche Antenne wie zu platzieren ist, um die bestmögliche Verbindung zu erreichen.

Exklusiv für unsere Kunden: Montagehandbuch für den Einbau intelligenter Messsysteme

Mit jedem Einbau eines iMSys steigt unser Erkenntnisgewinn. Diese Lessons Learned diskutieren wir innerhalb unserer Anwendergemeinschaft und dokumentieren sie sogfältig in praxistauglichen Handbüchern. Im Januar brandaktuell erschienen ist unser Handbuch zur Installation und Inbetriebnahme der intelligenten Messsysteme . Es enthält die Abbildungen aller einzelnen Installationsschritte in Bild und Text sowie eine ausführliche Antennenübersicht auf mehr als 60 Seiten. Die Erfahrungen aus den bisherigen Installationen sind mit eingeflossen. Das Montagehandbuch ergänzt das Prozess- und Arbeitshandbuch, das bereits veröffentlicht und im Einsatz ist. Dieses enthält alle relevanten Prozesse des grundzuständigen Messstellenbetreibers im Rahmen des Smart Meter Rollouts – von der Mengenplanung und Zählpunktauswahl über die Beschaffung und Disposition bis hin zu Installation, Inbetriebnahme und dem Störungsmanagement. Interessierte Stadtwerke und Netzbetreiber können sich der Anwendergemeinschaft übrigens noch anschließen. Nehmen Sie gerne Kontakt mit unserem Team iMSB auf.

 

DESIGNETZ zeigt: Die Energiewende ist technisch machbar!

Nach vier Jahren geht eine der bedeutendsten Forschungsinitiativen zur Energiewende in Deutschland zu Ende: Designetz, das technisch bislang umfassendste Demonstrationsprojekt zur Integration erneuerbarer Energien in das Versorgungssystem der Zukunft.  Designetz ist Teil des BMWi-Förderprogramms „Schaufenster intelligente Energie“ (SINTEG) und stellt dar, wie intelligente Netze mit einer Einspeisung von zeitweise 100% erneuerbarer Energien eine sichere Energieversorgung gewährleisten und welche Konzepte und Technologien hierfür eingesetzt werden können.

DESIGNETZ – Das Projekt

Unter Federführung von innogy/E.ON haben 46 Partner aus Wissenschaft und Forschung, Energiewirtschaft, Industrie und IKT zahlreiche Einzellösungen zu einem praxistauglichen Gesamtsystem zusammengefasst, quasi einer funktionierenden Blaupause für das Energiesystem der Zukunft. Das Projekt erstreckte sich über die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland hinweg – einer idealen Modellregion aus dünn besiedelten Landstrichen, Metropolen und Industriezentren, die charakteristisch für ganz Deutschland ist.

VOLTARIS erforscht den netzdienlichen Einsatz von intelligenten Messsystemen

In dem Netz-Projekt EMIL – Energienetze mit innovativen Lösungen – haben wir mit den saarländischen Partnern VSE, energis Netzgesellschaft, den Stadtwerke Saarlouis, der Hager Group, dem DFKI und der htw saar innovative Technologien zur Netzführung entwickelt und erprobt.

Im Abschlussbericht von Designetz Saarland sind die Unternehmen mit den jeweiligen Projekten ausführlich beschrieben. Einen sehr guten Überblick über das Projekt Designetz Saarland gibt dieser Film.

Unser Part im Projekt war es, den Einsatz intelligenter Messsysteme in intelligenten Energienetzen zu untersuchen und umzusetzen.  Die Bereitstellung von Messdaten zur Netzzustandserhebung sowie die Steuerung von Erzeugung und Verbrauch sind zentrale Beiträge, die ein Messsystem dabei leistet. Darüber hinaus kann es sicher und zuverlässig Steuerbefehle umsetzen und als Informations- und Kommunikationsplattform agieren und somit intelligente Lösungen im Energienetz ermöglichen.

Außerdem haben wir uns intensiv mit den neuen Prozessen des grundzuständigen Messstellenbetreibers und der Gateway-Administrators beschäftigt und ein Mess- und Steuerkonzept entwickelt und erprobt. Der Schwerpunkt lag darin, eine geeignete Informationsbasis zu schaffen und zu nutzen, mit der es gelingt, kritische Netzzustände zu erkennen, vorherzusagen und zu beheben. Die Umsetzung des sogenannten BDEW-Ampelkonzepts war hier ein wesentlicher Bestandteil, um Flexibilitäten effizient steuern zu können. Zudem konnten wir durch das im Demonstrator aufgebaute 450 MHz-Funknetz bereits erste Gateways installieren, die mit dieser neuen Funktechnologie arbeiten.

Positive Bilanz eines spannenden Projektes

Der Praxiseinsatz hat gezeigt, dass zukunftsfähige Lösungen zum Betrieb von Energienetzen davon abhängen, dass die Prozesse verschiedener Systeme aufeinander abgestimmt sind. Dazu gehört, Lösungen für eine praxisnahe Umsetzung zu schaffen, und zwar nicht nur für Fragen der technischen Anbindung, sondern auch für eine intelligente, systemische Verknüpfung von Markt und Netz. Die erarbeiteten Konzepte und gewonnenen Erkenntnisse sind für uns ein wesentlicher Baustein zur Weiterentwicklung von Systemen und Prozessen rund um das intelligente Messsystem. Das kommt insbesondere unserer Anwendergemeinschaft Messsystem zugute, in der wir mir 35 EVU und Stadtwerken an der Gestaltung des intelligenten Messstellenbetriebs zusammenarbeiten.

 

VOLTARIS intelligente Messsysteme und Messstellenbetrieb

Die zwei wichtigsten Faktoren beim Smart Meter Rollout

Der Smart Meter Rollout innerhalb unserer Anwendergemeinschaft Messsystem läuft auf Hochtouren. Zusammen mit unseren Stadtwerke-Partner setzen wir die neuen Prozesse im intelligenten Messstellenbetrieb exakt nach den Vorgaben des Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) um. Mehr noch: Wir orientieren uns am Teststufenkonzept des FNN, dem größten branchenweiten Praxistest zur Einführung der intelligenten Messsysteme (iMSys) überhaupt. Als besonderen Service haben wir ein spezielles Arbeits- und Prozesshandbuch erarbeitet, das den Rollout-Managern als Arbeitsgrundlage für alle aufgestellten Prozesse im Zusammenhang mit dem iMSys-Rollout dient. So können sie sicher sein, alle wesentlichen Arbeitsabläufe zu beachten. Vor allem der elektronische Bestell- und Lieferprozess der Smart Meter Gateways erfordert ein sorgfältiges Arbeiten nach den strengen Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Kommunikationsanbindung der Gateways

Eine der größten Herausforderungen – und gleichzeitig einer der größten Erfolgsfaktoren – beim iMSys-Einbau ist die Kommunikationsanbindung der Gateways. Die Geräte werden vor Ort über Mobilfunk angebunden und parametriert. Der stabile Empfang ist für die sichere Übertragung der Messdaten entscheidend. Ist der Empfang schlecht, kann es beim Initialisierungsprozess zu Verzögerungen kommen. Schon im Vorfeld des Einbaus stellen wir unseren Kunden auf Wunsch die Providerdaten der entsprechenden Anschlussobjekte zur Einschätzung der Mobilfunk-Empfangsstärke bereit. Damit kann der Einbau zeitlich und hin- sichtlich der Antennenauswahl besser geplant werden. Letztlich entscheidet der Monteur vor Ort anhand eines Netzscanners, welche Antenne wie zu platzieren ist, um den bestmöglichen Empfang zu gewährleisten.

Wie sag ich’s meinem Kunden?

Entscheidend für den Rollout-Erfolg ist auch die Akzeptanz der Letztverbraucher. Die Kundenkommunikation spielt eine große Rolle, sowohl im Vorfeld des Umbaus als auch durch den Servicetechniker vor Ort. Den höheren Kosten für ein iMSys stehen derzeit noch keine Mehrwerte gegenüber. Wichtig aus unserer Sicht ist es, dass der Rollout nun zügig vorangeht und Skaleneffekte genutzt werden können. Dazu ist es notwendig, dass Technik und Regularien zügig den Umbau weiterer Fallgruppen und die Einbindung von Mehrwertdiensten ermöglichen. Erst dann bringt der Rollout den versprochenen Nutzen für die Kunden und die Digitalisierung der Energiewende.

Neues Geschäftsmodell für Stadtwerke: Submetering

Mit jedem iMSys-Einbau lernen die Mitarbeiter und Monteure dazu. Da in der Anwendergemeinschaft sowohl kleinere und mittlere Stadtwerke als auch große Energieversorger zusammenarbeiten (35 Partner sind es insgesamt), werden die unterschiedlichsten Anforderungen behandelt. Die Erfahrungen analysieren wir mit allen Teilnehmern – sie fließen direkt  in die Prozessoptimierung ein. Für die Anwendergemeinschaft werden wir rund 1,2 Mio. Zählpunkte im intelligenten Messstellenbetrieb betreuen, davon rund 150000 iMSys als Full-Service-Dienstleistung. Parallel arbeiten wir an der Entwicklung von Mehrwertdiensten, zum Beispiel dem Submetering zur automatisierten Heizkostenabrechnung als Dienstleistung für die Wohnungswirtschaft. Wenn ab 2021 der Gebäudeeigentümer als Anschlussnehmer den Messstellenbetreiber frei wählen kann und Bündelangebote nach §6 MsbG platziert werden können, wird Submetering für Stadtwerke zu einem wichtigen neuen Geschäftsfeld.