Qualitätssicherung im digitalen Messwesen: Was unbedingt dazu gehört

Im intelligenten Messstellenbetrieb muss Qualitätssicherung neu gedacht werden

Warum nur Zähler und Messgeräte zu prüfen bei weitem nicht mehr ausreicht.

Der Smart Meter Rollout ist ein Mammutprojekt für Stadtwerke, das kann man durchaus so sagen. Insbesondere für Netzbetreiber und die grundzuständigen Messstellenbetreiber, denn in den nächsten Jahren werden tausende Zähler gegen moderne Messeinrichtungen (mME) und intelligente Messsysteme (iMSys) getauscht. Doch die iMSys und die darauf basierenden neuen Geschäftsmodelle wie Submetering oder Internet of Things (IoT)-Konzepte erfordern eine hochkomplexe IKT-Infrastruktur, zudem muss sowohl das netzdienliche als auch das marktdienliche Steuern zuverlässig funktionieren.

Was bedeutet das? Dass es im digitalen Messwesen bei der Qualitätssicherung nicht mehr nur um geprüfte Messgeräte gehen kann. Nein, auch die Funktionalitätssicherheit von Software, Prozessen und Komponenten muss mit einbezogen werden. Ergo muss die Qualitätssicherung im digitalen Messwesen neu gedacht werden, da sie eine wichtige Voraussetzung für den wirtschaftlichen Rollout und das Gelingen der Energiewende ist.

Geräte, Systeme und Prozesse

Durch die Vielzahl der miteinander verzahnten IKT-Prozesse muss Qualitätssicherung heute vor allem auch Funktionalitätssicherheit garantieren – nur Messbeständigkeit und Messsicherheit nach dem Mess- und Eichgesetz reichen hier nicht mehr aus. Denn Qualitätssicherung hat nicht mehr nur zum Ziel, die Messgeräte möglichst lange im Netz belassen zu können, sie muss auch den möglichst fehlerfreien Betrieb der Systeme und Prozesse gewährleisten. VOLTARIS hat die vielfältigen Aspekte der Qualitätssicherung übrigens in einem umfassenden QS-Konzept gebündelt.

Für Netzbetreiber und Messstellenbetreiber beginnt die Qualitätssicherung bereits bei der Planung. Uns das gilt nicht nur für Anzahl und Spezifikation der zu beschaffenden Geräte, sondern auch für die Planung der Lager- und Montagekapazitäten. Des Weiteren ist Interoperabilität das Gebot der Stunde – die Komponenten eines iMSys müssen so standardisiert sein, dass Geräte unterschiedlicher Hersteller problemlos miteinander funktionieren können (Interoperabilität) und sich auswechseln lassen (Austauschbarkeit). Das Qualitätssiegel des FNN, der sog. Konformitätsnachweis, zeigt auf den ersten Blick, dass die Konformität des intelligenten Messsystems mit den in den FNN-Lastenheften definierten Lasten heften gegeben ist

Sichere Logistikkette der Smart Meter Gateways und Stichprobenverfahren

Auch eine sichere Lieferkette trägt zur Qualitätssicherung bei. Um den Logistikprozess der Smart Meter Gateways so sicher wie möglich zu gestalten, hat das BSI hohe Anforderungen an den sicheren Umgang mit den Gateways definiert, um Manipulationen an den Geräten und das unbemerkte Einschleusen von nicht zertifizierten Geräten in den Montageprozess zu verhindern. Die Vorgaben gelten von der Produktion des Gateways bis hin zur Montage beim Endkunden. Und last but not least spielt das neue Stichprobenverfahren zur Eichgültigkeitsverlängerung eine wichtige Rolle.

Ich habe mir zur Qualitätssicherung mal etwas mehr Gedanken gemacht und die wichtigsten Punkte in einem Fachbeitrag zusammengestellt. Darin zeige ich auch auf, wie wir als VOLTARIS die Themen angehen und wie unsere Stadtwerke-Partner davon profitieren. Der Beitrag ist Mitte November in der ew spezial Stadtwerke erschienen und hier verlinkt:  https://voltaris.de/service/publikationen/

PS: Im Feldtest zur Einführung der intelligenten Messsysteme, den wir im Januar mit unseren Kunden starten, werden wir alle dafür erforderlichen Prozesse abbilden und testen. Mehr dazu – und zu den lessons learned – demnächst hier im Blog.

Smart Meter Rollout - Dienstleistungen für Stadtwerke und Messstellenbetreiber

Smart Meter Rollout: Sind die Stadtwerke startklar?

Der Rollout der intelligenten Messsysteme nimmt Fahrt auf. Seitdem das erste Smart Meter Gateway durch das BSI zertifiziert wurde, ist die Einführung der iMSys auch auf der Agenda der Stadtwerken nach oben gerutscht, trotz aller bisherigen Verzögerungen. Kommen die weiteren Zertifizierungen zu den metering days im Oktober? Man weiß es nicht… Auf jeden Fall gilt es jetzt, neben dem Tagesgeschäft die Systeme und Prozesse fit für den Rollout zu machen. Und – um den wirtschaftlichen Erfolg des Rollouts zu sichern – attraktive Mehrwertdienste mit hohem Kundennutzen zu entwickeln. Sind die Stadtwerke startklar?

Zusammenarbeit mit kompetenten Dienstleistern
Bei der Menge an komplexen Aufgaben, die sich aus dem Messstellenbetriebsgesetz ergeben, empfehlen wir eine Zusammenarbeit mit kompetenten Dienstleistern. Hier muss jedes Stadtwerk überlegen, welche Dienstleistungen es selbst erbringen und welche es auslagern möchte. Da die Anforderungen an IT-Systeme, Montage und Logistik eher komplex und innerhalb knapp bemessener Preisobergrenzen zu erfüllen sind, ist es gerade für kleine und mittlere Stadtwerke sinnvoll, diese Dienstleistungen extern zu vergeben. VOLTARIS bietet eine vollumfängliche System- und Produktlandschaft für den klassischen und intelligenten Messstellenbetrieb, mit modularen Lösungen entlang der kompletten Wertschöpfungskette des grundzuständigen und wettbewerblichen Messstellenbetreibers.

Wo macht eine Auslagerung noch Sinn?
Auch die Auslagerung der Gateway-Administration kann für Stadtwerke wirtschaftlicher sein, da die Anforderungen an Informationssicherheit und Datenschutz entsprechend hoch sind. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass sie durch die Beauftragung eines Dienstleisters keine eigene BSI-Zertifizierung benötigen. Um Engpässe bei der Auslieferung und Montage der neuen Zählertechnik zu vermeiden – man denke nur an den aufwändigen Bestell-, Liefer- und Inbetriebnahmeprozess der intelligenten Messsysteme – sollte auch hier auf einen externen Dienstleister zurückgegriffen werden. VOLTARIS bietet, neben dem Gerätemanagement, das Workforce-Management-System MOM an, das speziell für die Anforderungen der intelligenten Messsysteme und modernen Messeinrichtungen entwickelt wurde. Es unterstützt Monteure und Disponenten dabei, die Zähler-Montagen koordiniert durchzuführen und beinhaltet neben der Disposition auch die Erstellung der notwendigen Kundenanschreiben und die mobile Unterstützung des Montagepersonals vor Ort. Der Montageprozess kann damit von der Planung bis zur Inbetriebnahme vollständig elektronisch und qualitätsgesichert unterstützt werden.

Anwendergemeinschaft Messsystem
35 Energieversorgungsunternehmen und Netzbetreiber mit rund 1,2 Millionen Zählpunkten arbeiten mittlerweile in der VOLTARIS Anwendergemeinschaft Messsystem zusammen, um den intelligenten Messstellenbetrieb zu gestalten. In regelmäßigen Workshops geht es dabei nicht nur um Gerätetechnik, IT- Systeme und Prozesse, es werden auch Schulungen für Techniker und Monteure angeboten. Die Entwicklung von Mehrwertdiensten wie Mieterstrom, Mehrspartenauslesung und Submetering werden ebenfalls intensiv vorangetrieben und den Stadtwerke-Partnern als White Label Produkte zur Verfügung gestellt.

VOLTARIS Webshop für Zähler und Messeinrichtungen.

Welche Vorteile Sie beim Geräte-Einkauf über den Webshop haben

Für Stadtwerke und Netzbetreiber zählen beim Gerätemanagement und im Messstellenbetrieb Schnelligkeit, Flexibilität, Wirtschaftlichkeit und vor allem:  Qualität. Wir bieten unseren Kunden das alles und noch mehr – zum Beispiel ein umfassendes, herstellerunabhängiges Gerätesor­timent. In unserem VOLTARIS Webshop finden Sie die passenden Zähler und Zusatzprodukte für Strom, Gas und Wasser – unkompliziert und schnell. Umgehen Sie die langen Lieferzeiten der Hersteller – insbesondere für moderne Messeinrichtungen und Basiszähler – und bestellen Sie aus unserem Lagervorrat bereits geprüfte, qualitätsgesicherte Geräte!

Ihre Vorteile beim Einkauf über den Webshop:
  • Sie sehen das komplette Gerätesor­timent auf einen Blick und haben als registrierter Nutzer Zugriff auf die Preisinformati­onen.
  • Mit nur wenigen Klicks können Sie Ihre Bestellung aufgeben – selbstverständlich auch von unterwegs auf Smartphone und Tablet.
  • Schon im Shop können Sie die genaue Parametrierung der Zähler auswählen.
  • Ihre Aufträge werden in einer Historie dokumentiert, so dass Sie jederzeit einen Überblick über die bereits getätigten Bestellungen abrufen können- ideal für häufig wiederkehrende Aufträge.
  • In der neuen Shop-Version wurden kundenindividuelle Zugangsgruppen eingerichtet.
  • Und: Sie erhalten von uns stets geprüfte Messeinrichtungen.

Durch die automatisierten Vorgänge über den Webshop können wir Ihre Bestellung effektiver abwickeln, Ihre Online-Anfragen besser steuern und schneller beantworten. Zudem kann der Webshop bei Montage-Dienstleis­tungen über VOLTARIS von den jeweiligen Monteu­ren als einfache Bestellplattform genutzt werden. So erhält der Rolloutverantwortliche einen transparenten Überblick über die Geräteabrechnung. Im Downloadbereich finden Sie künftig Konformitätsnachweise, Produkthandbücher sowie Bedie­nungsanleitungen für den Letztverbraucher. Unsere Kunden, die das Gerätemanagement-Paket beauftragt haben, profitieren zudem von günstigeren Preisen.

Haben wir Sie überzeugt? Unsere Kollegen Marcel Franke und Markus Barthel beraten Sie gerne.

Link zum VOLTARIS Webshop…

Roadmap, Barometer, Marktanalyse: Was heißt das für den Rollout?

Gleich drei wichtige Veröffentlichungen, die im Zusammenhang mit dem Smart Meter Rollout stehen, beschäftigen derzeit die Branche: Ende Januar wurde die BMWi-BSI Roadmap veröffentlicht, dicht gefolgt vom Barometer Digitalisierung und der BSI-Marktanalyse.

Gateway als zentrale Kommunikationsplattform

Was bedeutet das konkret für den Rollout-Start? Generell bestätigen die Veröffentlichungen, was sich in der Vergangenheit bereits abgezeichnet hat: eine klare Orientierung zum Gateway als zentrale Kommunikationsplattform für Messdaten aller Verbrauchergruppen. Im Dezember ist das erste Gateway (Hersteller PPC) vom BSI zertifiziert worden. Zu weiteren Zertifizierungen und damit der Feststellung der technischen Möglichkeit des Rollout-Starts macht die Marktanalyse keine eindeutigen Aussagen. Die Verzögerung der weiteren Zertifizierungen liegt an der nun verpflichtenden Funktionalität des TAF 2, der die zeitvariablen Tarife betrifft. Auf dessen Implementierung in den G1-Gateways hatten sich nicht alle Hersteller festgelegt. Den TAF 2 verpflichtend umzusetzen erachten wir als sinnvoll, da somit eine wichtige Funktionalität der Geräte sichergestellt wird. Wir gehen davon aus, dass in den nächsten Monaten weitere Gateways die Zertifizierung erhalten werden und der Rollout starten kann.

VOLTARIS Anwendergemeinschaft Messsystem als starkes Netzwerk

Unabhängig von der Tatsache, dass drei zertifizierte Gateways zur Verfügung stehen müssen, kann der wMSB schon jetzt mit Angeboten an die Endkunden beginnen. Wir denken, dass dadurch eine ähnliche Marktdynamik wie beim Start des Rollouts durch den gMSB erzeugt wird. Deshalb werden wir unsere geplanten Feldtests und Projekte in unserer Anwendergemeinschaft auf jeden Fall starten. Wir betreuen mittlerweile ein stabiles regionales Kundennetzwerk mit 1,2 Millionen Zählpunkten und werden uns nun mit unseren Kunden zusammen auf die Feldtests, die Umsetzungsprojekte und die Entwicklung von Mehrwertdiensten im Submetering konzentrieren. Übrigens: Auch den Herausforderungen durch die sichere Logistikkette können unsere Kunden gelassen entgegen sehen. Wir folgen zunächst dem von PPC vorgestellten Konzept und werden für die Mitglieder der Anwendergemeinschaft entsprechende Schulungen anbieten.

Hier wird ein teilautonomer Bauernhof mit erhöhter Selbstversorgung untersucht.

SESAM – Energiezukunft auf dem Bauernhof

Als Partner des Bundesforschungsprojektes Designetz sind wir im Unterauftrag der Pfalzwerke AG unter anderem in das Teilvorhaben „D10 SESAM-Farm“ eingebunden. Was SESAM bedeutet? Sustainable Energy Supply for Agricultural Machinery. Dort wird ein teilautonomer Bauernhof mit erhöhter Selbstversorgung untersucht, der durch die Nutzung mobiler Speicher und erneuerbarer Energien in Kombination mit einem Energiemanagementsystem ein markt-, netz- und systemdienliches Verhalten generiert. Wir sind dabei für die Erstellung des Messkonzepts und die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) verantwortlich.

Doch was heißt das genau?
Im Detail geht es um die Bewirtschaftung von Batterien mobiler Landmaschinen mit Grid-Plug-In-Funktionalität im Umfeld landwirtschaftlicher Betriebe mit einer eigenen elektrischen Energieerzeugung wie beispielsweise einer Photovoltaik- oder eine Biogasanlage. Mit dem Fokus auf Smart Grid beziehungsweise Smart Rural Grid sollen Erkenntnisse für das Energiesystem der Zukunft gewonnen werden, zum Beispiel, welche neuen Geschäftsmodelle möglich sind. Denkbar wären Netzdienstleistungen oder zeitvariable Tarife für landwirtschaftliche Betriebe.

Jetzt stellen Sie sich wahrscheinlich die Frage: Warum ein Bauernhof? Nun, landwirtschaftliche Betriebe nehmen für die Nutzung erneuerbarer Energien und die Bereitstellung von Systemdienstleistungen für das Netz eine wichtige Rolle ein. Vor allem die großen Dach- und Freiflächen sowie die Nutzung von Biomasse und Gülle bieten ein hohes Potenzial zur Stromerzeugung.

Und was macht VOLTARIS?
Wir sind im Projekt SESAM verantwortlich für die Erstellung des Messkonzepts und der IKT. Dafür wurden intelligente Messsysteme an unterschiedlichen Messpunkten installiert, wobei die Herausforderung darin lag, die Energiedaten ohne Unterbrechung bereitzustellen. Weiterhin untersuchen wir auch mehrere Kommunikationswege wie Powerline oder LoRa WAN im Mix. Die Ergebnisse aus dem Projekt werden für Netzbetreiber im ländlichen Raum hochinteressant sein. Mehr Infos gibt es hier: https://voltaris.de/forschungsprojekte/designetz/